Vor zwei Jahren hat Sound of Music Concerts mit dem „Mitternachtsball“ ein 6stündiges Mammutprogramm ins Leben gerufen, dass das Colosseum Theater Essen jedes Mal bis zum letzten Platz auslastete. Mit „When Musical meets History“ liefert SoM nun ein weiteres Konzertspektakel nach, dieses Mal aber natürlich nicht mit dem Fokus „Grusical“ (wie es beim „Mitternachtsball“ ist). Nein, „When Musical meets History“ weist eine Setlist auf, die sich ganz und gar (wie der Titel schon sagt) Musicals verschrieben hat, die auf historischen Grundlagen beruhen. Ein Geschichts-Themen-Abend also. Sowas gibt es nicht nur auf N24, sondern am gestrigen Sonntag also auch musikalisch im Colosseum Theater Essen.

Und da ich von Natur aus sehr neugierig und neuen Formaten extrem aufgeschlossen bin, wolle ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, auch dieses neue Konzert aus dem Hause SoM zu erleben. Und ich meine wirklich „erleben“. Denn auch „When Musical meets History“ erfordert mehr Sitzfleisch als eine 90min Show: allein das Programm hat eine Laufzeit von über 3,5 Std. – und da sind die zwei Pausen zwischen den 3 Akten nicht einmal mit eingerechnet. Also, ein im wahrsten Sinne des Wortes abendfüllendes Programm.

Ob es sich gelohnt hat?
Oh ja! 🙂

1. Akt: “Anastasia”, “Medicus” und “Mozart!”

Der erste Akt wird eröffnet mit dem Song „Reise durch die Zeit“ aus „Anastasia“ (das aktuell in Stuttgart läuft), gesungen von Lisa Habermann und Annemarijn Maandag. Der Song ist im Musical das Finale des ersten Akts, hier eröffnet er die pompöse Geschichts-Stunde. Habermann und Maandag bringen mit diesem wirklich schönen Lied einen guten Start des Konzerts auf die Bühne. Ihre Stimmen harmonieren super und passen fantastisch zu dem Song.

Mark Seibert führt sodann ab diesem Zeitpunkt als Moderator durch die Show – oder sollte ich besser sagen: als Geschichtslehrer? 😉 Denn jeder Block wird mit einer kurzen Vorstellung zum jeweiligen Musical eingeleutet.

Nach einer kurzen ersten Moderation folgt also sodann der erste in sich geschlossene Block: „Der Medicus

Solisten in diesem Block sind Michaela Schober, die grandios „Verliert den Glauben nicht“ darbietet, Patrick Stanke und Sabrina Weckerlin. Stanke und Weckerlin brillieren in den Duetten („Wenn die Sterne mit uns sind“ und „Es fühlt sich nach Heimat an“), können aber – wie sollte es anders sein – auch einzeln (Stanke: „Mein Weg“ und „Ich muss es tun“, Weckerlin: „Kilmarnock“) absolut überzeugen. Die Stimmen funktionieren einfach extrem gut zusammen, die Stimmfarben der beiden ergänzen sich perfekt. Haben wir etwas anderes erwartet? Nein 😉
Und ich bin wirklich absolut begeistert, wie toll die Musik aus “Der Medicus” ist. Ich hatte bislang nur einzelne Stücke gehört, mich nie so ganz mit dem Musical selbst beschäftigt. Und offensichtlich habe ich etwas verpasst, denn wirklich jeder Song aus diesem Block gefällt mir total.

„Es fühlt sich nach Heimat an“ ist auch der Zeitpunkt, an dem der für dieses Event extra gecastete Chor bzw. das Ensemble sein Können präsentiert. Und der Einzug des Chors ist mein erster Gänsehaut-Moment (von so vielen). Besetzt ist der Chor mit den vielversprechenden Jungdarstellern Anneke Brunekreeft, Julian Schier, Lukas Weinberger, Thomas Wagenhammer, Niklas Brunner, Moritz Weber-Jänichen, Laura Saleh, Lina Gerlitz, Sophie Alter und Lisa-Maria Sonderegger. Ich bin total begeistert, was diese jungen Leute da auf der Bühne hingelegt haben. Wie auch die Solisten der Show ist der Chor absolut perfekt zusammengesetzt! Das merkt man ab den ersten Tönen! Das ganze ist einfach komplett rund!

Zweiter Block im ersten Akt ist das Musical „Mozart!
Getragen von den Solisten Michaela Schober, Florian Peters, Lisa Habermann und Mark Seibert werden wir mit der Geschichte des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart vertraut gemacht. Und auch hier stimmt einfach alles – ideal ausgewählte Stücke, die einen tollen Streifzug durch das Musical bieten und die perfekte Besetzung in diesem Block.

Der dritte und letzte Block im ersten Akt liefert eine Reise in die Geschichte der „Marie Antoinette“. Ich selbst hatte mit diesem Stück bis dato überhaupt keine Berührungspunkte.
Roberta Valentini, Sabrina Weckerlin, Michaela Schober und Patrick Stanke machen es mir aber sehr leicht, mich für die Musik aus diesem Musical zu begeistern. Sowohl die Soli („Langweilen will ich mich nicht“ von Roberta Valentini und „Blind vom Licht der vielen Kerzen“ von Sabrina Weckerlin, jeweils gemeinsam mit dem grandiosen Chor präsentiert) als auch die Duette „Still, Still“ (Michaela Schober und Sabrina Weckerlin), „Das einzige was richtig ist“ (Patrick Stanke und Roberta Valentini) und „Jenseits aller Schmerzen“ (Patrick Stanke, Sabrina Weckerlin und auch ein bisschen Roberta Valentini) klingen wunderbar. Ich bin den Melodien sofort verfallen und verstehe gar nicht, warum ich dieses Stück bislang noch nie gesehen habe. Und eben diese wunderbaren Melodien entlassen das Publikum in die erste von zwei Pausen.

Gedanken in der ersten Pause

Muss ich eigentlich generell was zu den Solisten sagen? Ich denke nicht, oder? Dass Sound of Music hier eine grandiose Cast zusammengestellt hat, dürfte wohl niemand anzweifeln. Die Liste der Solisten liest sich wie das “Who is Who” der deutschen Musicalszene.

Gedanken in der Pause, während ich den ersten Akt sacken lasse…

 

2. Akt: “Glöckner”, “Päpstin” und “Les Misérables”

Der zweite Akt beginnt fulminant und mit ein wenig Melancholie. Denn während “unten” in Stuttgart die Dernière des „Glöckner von Notre Dame“ sicher tränenreich gespielt wird, startet der zweite Akt von „When Musical meets History“ mit eben diesem Stück.

Und – natürlich – brilliert David Jakobs als Glöckner im Colosseum Theater Essen, war er doch in Stuttgart die Premieren- und lange Zeit auch die Erstbesetzung des liebenswerten Buckligen.
„Draußen“ und „Das Licht des Himmels“ – meine beiden Lieblingslieder aus dem Stück schmettert Jakobs perfekt auf die Bühne. Wer ihn bis dato nicht in dieser Rolle sehen konnte, wird sich jetzt ärgern, hier „nur“ einen Anriss seines Könnens als Glöckner gesehen zu haben. Aber David Jakobs schafft es auch in diesem kurzen “Glöckner-Intermezzo” uns Zuschauern zu zeigen, dass er ein grandioser Glöckner ist. Denn auch hier lässt er es sich nicht nehmen, den Glöckner nicht nur zu singen, sondern auch zu leben, ihn auf der Bühne so zu spielen, wie er es in Stuttgart tat.

Weitere Solisten in diesem Block sind Monika Maria Staszak („Hilf den Verstoßnen“, zusammen mit dem Chor) und Lukas Weinberger (wir erinnern uns: einer der Jungdarsteller aus dem Chor, der 2018 seine Ausbildung abschloss). Weinberger überzeugt im Duett „Einmal“, das er – als „Phoebus“ – gemeinsam mit Monika Maria Staszak singt. Die beiden singen unglaublich schön zusammen. Staszak begeistert mich darüber hinaus auch noch zusammen mit David Jakobs, mit dem Sie „Fern von der Welt“ präsentiert.

Der zweite Block bietet uns das Stück „Die Päpstin“ dar. Ich muss sagen, dass auch dieses Stück bisher nicht auf meiner „Bereits-gesehen-Liste“ steht. Umso gespannter war ich, was mich erwarten würde. Und klar, wer würde sich besser anbieten für diesen Block als DIE Päpstin schlechthin: Sabrina Weckerlin. Und nicht nur Weckerlin zeigt uns in diesem Block, was sie kann. Nein, die weiteren „Schmankerl“ sind Michaela Schober, Mark Seibert, Jan Ammann und Kevin Tarte. Ein Traum-Block, kann man fast sagen! Eine grandiose Zusammenstellung der Cast. Und was wird gesungen in diesem Block? „Boten der Nacht“ (Michaela Schober), „Ein Traum ohne Anfang und Ende“ (Mark Seibert & Jan Ammann), „Einsames Gewand“ (Sabrina Weckerlin), „Hinter hohen Klostermauern“ (Kevin Tarte), „Wehrlos“ (Jan Ammann, Sabrina Weckerlin) und „Das bin ich“ (Sabrina Weckerlin).

Mir bleibt an dieser Stelle nichts anderes zu sagen als “Chapeau!”. Niemals hätte ich erwartet, dass gerade “Die Päpstin” mich in diesem Konzert so umhauen würde. Jeder einzelne Song aus diesem Block gefällt mir unglaublich gut. Gerade die glockenklaren Stimmen der Damen nehmen mich hier komplett mit auf die Reise in die Geschichte der Johanna. Absolut zu Recht erhält Sabrina Weckerlin bei “Das bin ich” die ersten Standing Ovations innerhalb eines Blocks. Unfassbar, was diese Frau kann und mit welcher Leichtigkeit sie diese Töne raushaut, die mich dann absolut umhauen.

 

Finaler Block im zweiten Akt ist „Les Misérables“, auch eines der absoluten Highlights. Nachdem das Stück im Sommer 2018 auf der Freilichtbühne Tecklenburg zu sehen war, hat auch die „When Musical meets History“-Cast vier der Darsteller aus der Sommer-Inszenierung mit an Bord: Kevin Tarte, Patrick Stanke, Florian Peters und David Jakobs. Eine Garantie für einen grandiosen Block, der mit „Wer bin ich“ von Patrick Stanke unfassbar (und mit donnerndem Applaus belohnt) gut beginnt.  Ebenso grandios fügen sich Monika Maria Staszak als Fantine („Ich hab geträumt“) sowie Florian Peters, Annemarijn Maandag und Lisa Habermann („Mein Herz ruft nach Dir“) in diesen Block ein. Kevin Tarte flasht mich unfassbar mit „Stern“. Ganz wundervoll werden in diesem Abschnitt noch „Hört ihr wie das Volk erklingt“ (David Jakobs und der Chor schaffen hier eine sehr kraftvolle Atmosphäre), „Nur für mich“ (Lisa Habermann) und „Dunkles Schweigen an den Tischen“ (Florian Peters) dargeboten. Eines meiner Highlights ist – wie auch schon in der Inszenierung in Tecklenburg im vergangenen Sommer – „Bring ihn heim“. Patrick Stanke singt und spielt sich hier die Seele aus dem Leib. Wirklich ganz großes Kino! Beendet wird der zweite Akt mit „Morgen Schon“ und auch hier wird ein fulminantes Bild geschaffen, das von einem berauschenden Ton begleitet wird. Standing Ovations und tosender Applaus. Und das Ende des wohl kraftvollsten Akts dieser Show.

Es ist Zeit für eine Pause, um das Ganze zu verdauen.

 

Gedanken in der zweiten Pause

Kleine Pausen-Anekdote gefällig?

Ich habe mich unheimlich gefreut, dass mich die liebe Silke – eine treue Leserin dieses Blogs – in der Pause ansprach und wir ein paar Sätze miteinander plaudern konnten. Danke noch einmal, liebe Silke, dass ich Dich kennenlernen durfte und für Deine netten Worte zum Blog. Ich bin sicher, Du liest das jetzt hier auch 😉 Ich hoffe, Dir hat auch der letzte Akt genauso gut gefallen wie die beiden vorhergehenden. Auch wenn wir beide Ludwig2 nicht kannten 😉

 

3. Akt: “Ludwig2” und “Elisabeth”

Der dritte und letzte Akt steht ganz im Zeichen von „Ludwig2“ und „Elisabeth“.
Auch wenn ich den einen oder anderen Herzinfarkt bei der Jan Amman-Fangemeinde verursachen werde: Ludwig2 ist mir bislang komplett unbekannt. Keine Ausschnitte bei YouTube gesehen, keine Aufnahme gehört, niemals die Show gesehen. Es tut mir leid. Aber ich muss leider dazu sagen, dass mich das Stück bislang nicht so interessierte, dass ich dafür die Fahrt nach Füssen in Kauf nehmen würde. Und: an Ludwig2 scheiden sich ja auch die Geister. Während es von den einen frenetisch gefeiert wird, können andere mehr als getrost darauf verzichten…

„When Musical meets History“ bot mir hier also meine erste Berührung mit dem Stück, und dann auch noch mit Mister Ludwig himself: Jan Ammann. Zusammen mit Kevin Tarte, Monika Maria Staszak, Annemarijn Maandag und Florian Peters präsentiert Ammann einen guten Abriss des Stücks mit den Songs „Mein Ritter“ (Monika Maria Staszak), „Das Auge nass“ (Jan Ammann), „Rosen ohne Dornen“ (Annemarijn Maandag), „In Palästen geboren“ (Jan Ammann, Annemarijn Maandag), „Freundschaftsduett“ (Jan Ammann, Florian Peters), „Kalte Sterne“ (Jan Ammann), „Schwarze Schatten“ (Kevin Tarte) und „Geliebte Berge“ (Jan Ammann plus Chor).

Besonders clever und dramaturgisch sehr schön gelöst war der Übergang von Ludwig2 zu Elisabeth. Denn bei “Geliebte Berge” stießen zum Ende hin die “Ludwig-Elisabeth” (“Annemarijn Maandag) sowie der Schattenmann (Kevin Tarte) als auch die “Elisabeth-Elisabeth” (Roberta Valentini) und der Tod aus Elisabeth (Mark Seibert) zu Jan Ammann hinzu. Die Regisseurin Yara Hassan hat es sich nicht nehmen lassen, hier dramaturgisch den Figuren eine Begegnung mit ihrem jeweiligen “Alter Ego” aus dem anderen Stück zu gönnen – was bei Mark Seibert und Kevin Tarte doch ein wenig skurril, als gerade diese beiden sich sehr skeptisch in ihren Rollen beäugen 😀

Kürzlich sah ich auf Facebook ein Posting, das anlässlich der geplanten Verfilmung von “Elisabeth” die User fragte, wen sie denn gerne in dem Film in den Rollen des Todes und der Kaiserin sehen wollten. Soweit ich das feststellen konnte, war der Großteil für Roberta Valentini als Elisabeth und Mark Seibert als Tod. Und als hätte Sound of Music es vorhergesehen: genau diese beiden brillieren in „When Musical meets History“ als Protagonisten in der Geschichte der österreichischen Kaiserin.

„Elisabeth“ beginnt in diesem Konzert mit „Zwischen Traum und Wirklichkeit“, gesungen von Annemarijn Maandag und Roberta Valentini – hier also quasi die Übergabe des Staffelstabs von einer Elisabeth zur nächsten…
Und dann hat er seinen großen Auftritt: der Tod. Mark Seibert mit „Der letzte Tanz“. Das Lied ist nicht unbedingt mein Favorit aus dem Musical. Es gibt Versionen, die mich erschaudern lassen. Mark Seiberts Version gehört jedoch nicht dazu. Sehr klar und extrem kraftvoll haut er dieses Stück raus als gäbe es kein Morgen.

Und worauf haben wir alle gewartet? Na klar: „Ich gehör nur mir“. Die Selbstbewußtseins-Hymne der Musicalwelt schlechthin wird von Roberta Valentini mit absoluter Perfektion dargeboten. Eine der besten Versionen überhaupt, die ich jemals gehört habe.

Ich bin überrascht, als sich zeigt, dass sich Patrick Stanke als Luigi Lucheni zusammen mit dem Chor gesanglich über die fehlende „Milch“ im Kaiserreich beklagt, passt er für mich doch eigentlich so gar nicht in das Bild, das ich von Lucheni habe und kenne. Aber ich werde eines Besseren belehrt… Und wie! Stanke und der Chor schmetterten dieses Stück so kraftgeladen und glaubhaft auf die Bühne des Colosseums, dass sie – zu Recht – mit Standing Ovations belohnt wurden! (Ich dachte, der Ton am Ende würde nie enden; Chapeau, Herr Stanke!).

Eines meiner Musical-Lieblingsduette ist und bleibt „Wenn ich tanzen will“. Roberta Valentini und Mark Seibert harmonieren grandios in diesem Stück und ich bin ganz hin und weg. Auch hier wird nicht nur gesungen, hier wird verkörpert. Die Mimik, das Spiel, die Überzeugung des jeweiligen Charakters – alles stimmt und ergibt ein absolut rundes Bild.

„Wenn ich Dein Spiegel wär“, das Duett zwischen der Kaiserin und ihrem Sohn, birgt die für mich zweite Überraschung des Abends. Denn niemand geringerer spielt Kronprinz Rudolf als David Jakobs. Wie schon Stanke als Lucheni ist Jakobs für mich nicht der typische Darsteller, den man wohl für die Rolle des Kronprinzen Rudolf casten würde… Aber auch er überrascht mich im positiven Sinne. Dass er singen kann, weiß ich natürlich. Aber dass er auch diese Rolle ganz fabelhaft ausfüllt, hätte ich so nicht erwartet.

Es folgen die Stücke „Nichts nichts gar nichts“ (Roberta Valentini) und „Die Schatten werden länger“ (ein großartiges Duett von David Jakobs und Mark Seibert), bevor dann mit „Der Schleier fällt“ (Mark Seibert, Roberta Valentini, Chor) dann– ganz im Stile von „Elisabeth“ – auch dieser Konzertabend beendet wird.

Doch was wäre ein SoM-Konzert ohne Zugabe? Richtig: nicht zu Ende. Und die Show geht nahtlos in die Zugabe über, als sich – genauso clever dramaturgisch umgesetzt wie der Übergang von Ludwig zu Elisabeth – alle Solisten und das gesamte Ensemble auf der Bühne versammeln, um uns Zuschauer mit „Schloss der Zukunft“ aus Ludwig2 in die Nacht zu verabschieden. Ein würdiger Abschluss!

Der dritte Akt hielt uns also mit kaiserlichen und königlichen Geschichten auf Trab. Wobei mein Herz mehr den Elisabeth-Stücken galt als denen aus Ludwig2. Auch nach der nunmehr ersten Berührung mit dem Stück bin ich (und jetzt kommt sicher der zweite Herzinfarkt bei den Jan Ammann-Fans) nicht so geflasht von Ludwig2, dass ich dafür den Weg nach Füssen auf mich nehmen würde. Wie sieht es mit Dir aus, Silke? 😉

Bedeutet natürlich nicht, dass ich den 3. Akt nicht auch genossen hätte. Die präsentierten Stücke ergaben in sich ein stimmiges Bild und ergänzten sich wirklich gut!

 

Ein großer Dank an die Musiker und Crew

Was wären die besten Solisten und das tollste Ensemble ohne Musiker? Richtig: nur halb so stark! Deswegen geht mein “Chapeau” auch und insbesondere an Mario Stork und Band, ohne die dieser Abend nicht das gewesen wäre, was er war: ein Feuerwerk großer und toller Melodien. Danke also an Mario Stork, Rebecca Borchert, Mona Burger, Xenia Debrere, Sebastian Hartung, Hannes Kühn, Marina Komissartchik, Rolf Dieter Mayer und Matthias Plewka.

Markus Danne und Matthias Vierjahn haben die Technik an diesem Abend zu verantworten! Und das haben sie gut gemacht, denn das Licht saß und die Töne auch 😉

Der guten Ordnung halber seien dann an dieser Stelle auch noch die Damen von der Maske erwähnt: Elke Quirmbach, Renate Albrecht und Tanja Fladrich.

Und hinter jeder guten Show steht auch ein gutes Organisationsteam: ohne Andreas Luketa und seine Crew hätten wir gestern dieses Spektakel nicht erleben können. Danke also an Andreas Luketa, Markus Frohn und Thomas Raeth. 

 

Fazit

Was Sound of Music Concerts da wieder geboten hat, setzt abermals neue Maßstäbe in Sachen Musical-Konzert. Unfassbar gute Solisten, jedes einzelne Chormitglied perfekt gecastet und besetzt und unglaubliche Musiker haben hier wirklich ein Erlebnis geschaffen.

Und wie heißt es so schön? “Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder heraus”. Trifft hier zu, denn die Begeisterung und Leidenschaft aller Beteiligten auf der Bühne, hatte Entsprechendes im Saal zur Folge: die Stimmung im Publikum war unfassbar. Jeder “neu” in die Show eingeführte Solist wurde mit tosendem Applaus begrüßt, jedes gesungene Lied mit der gleichen Euphorie belohnt. Standing Ovations am Ende eines jeden Akts, teilweise sogar nach einzelnen Songs – selten habe ich solch eine Stimmung auf einem Musicalkonzert erleben können. Und nur schwer kann ich diese Atmosphäre in Worte fassen.

Obwohl die Show ohne allzu aufwendige Choreografien auskommt, wirkt sich doch nicht reduziert. Szenisch wird hier einiges geboten, denn die Darsteller singen die Songs nicht nur, nein, sie leben ihre Rollen auf der Bühne. Und das braucht keine großen Choreos. Die Choreografien, die es gibt (z.B. bei “Milch” oder im Les Misérables-Block) sind extrem gut und on point.

Ich habe es keine Sekunde lang bereut, mir diese Show anzusehen. Und wenn ich ehrlich bin: sie verging wie im Flug. Immer ein gutes Zeichen 😉

Ein klitzekleiner Kritikpunkt sei mir gegönnt. Wobei, nein, es ist keine Kritik, es ist eine Anregung für zukünftige Shows, ein Wunsch: ich persönlich hätte mir sehr einen AIDA-Block gewünscht. Denn auch AIDA hat ja einen geschichtlichen Hintergrund. Und wenn er schonmal da ist, hätte Mark Seibert mich als Radames sicher komplett vom Stuhl gehauen 😉 Aber das ist „Jammern auf sehr sehr hohem Niveau“. Denn auch ohne AIDA war es ein rundum gelungener Abend!

 

Hier – der Übersicht halber – noch einmal die gesamte Setlist:

MUSICAL MEETS HISTORY

AKT 1
Reise durch die Zeit – Habermann, Maandag

DER MEDICUS
Verliert den Glauben nicht – Schober
Mein Weg – Stanke
Kilmarnock – Weckerlin
Ich muss es tun – Stanke
Wenn die Sterne mit uns sind – Stanke & Weckerlin
Es fühlt sich nach Heimat an – Stanke & Weckerlin, Chor

MOZART!
Gold von den Sternen – Schober
Wie wird man seinen Schatten los – Peters, Chor
Dich kennen heißt Dich lieben – Peters, Habermann
Wie kann es möglich sein – Seibert
Irgendwo wird immer getanzt – Habermann Warum kannst Du mich nicht lieben – Peters Mozart, Mozart – Mozart!-Cast plus Chor

MARIE ANTOINETTE
Langweilen will ich mich nicht – Valentini, Chor
Blind vom Licht der vielen Kerzen – Weckerlin, Chor
Still, Still – Schober, Weckerlin
Ich weine nicht mehr – Weckerlin, Chor
Das einzige was richtig ist – Stanke, Valentini
Jenseits aller Schmerzen – Stanke, Weckerlin, feat. Valentini, Chor

AKT 2

DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME
Draußen – Jakobs
Hilf den Verstoßnen –Staszak plus Chor
Fern von der Welt – Jakobs, Staszak plus Chor
Das Licht des Himmels – Jakobs
Einmal – Staszak, Weinberger (Phoebus) – Glöckner-Cast plus Chor

DIE PÄPSTIN
Boten der Nacht – Michaela Schober
Ein Traum ohne Anfang und Ende – Seibert & Ammann
Einsames Gewand –Weckerlin Hinter hohen Klostermauern – Tarte ‚
Wehrlos – Ammann, Weckerlin
Das bin ich – Weckerlin

LES MISERABLES
Wer bin ich – Stanke
Ich hab geträumt – Staszak
Mein Herz ruft nach Dir – Maandag, Habermann, Peters
Stern – Tarte
Hört ihr wie das Volk erklingt – feat. Jakobs (Enjolras) Chor
Nur für mich – Habermann
Bring ihn heim – Stanke
Dunkles Schweigen an den Tischen – Peters
Morgen Schon – All Cast feat. Schober (Thenardier), Weingarten (Thenardier) Jakobs (Enjolras) Chor

AKT 3
LUDWIG²/ELISABETH
Mein Ritter – Staszak
Das Auge nass – Ammann
Rosen ohne Dornen – Maandag
In Palästen geboren – Ammann, Maandag
Freundschaftsduett – Ammann, Peters
Kalte Sterne – Ammann
Schwarze Schatten – Tarte
Geliebte Berge – Ammann plus Chor
Zwischen Traum und Wirklichkeit – Maandag, Valentini
Der letzte Tanz – Seibert plus Chor
Ich gehör nur mir – Valentini
Milch – Stanke plus Chor
Wenn ich tanzen will – Seibert, Valentini
Wenn ich Dein Spiegel wär – Jakobs feat. Valentini Nichts nichts gar nichts (2:39) – Valentini
Die Schatten werden länger – Jakobs, Seibert plus Chor
Der Schleier fällt – Seibert, Valentini plus Chor

ZUGABE
Finale (Schloss der Zukunft) – Staszak, Maandag feat. Cast plus Chor

2 Responses

  1. Tanja

    Ganz Deiner Meinung. Abgesehen davon, dass ich 4 Tecklenburg-Darsteller auf der Bühne gesehen habe. Florian Peters hat auch dort den Marius verkörpert.

    Antworten
    • Daniel

      Stimmt, Tanja. Du hast absolut Recht. Das habe ich in der Euphorie unterschlagen 😀
      Ist entsprechend angepasst 😉
      Danke für Deinen Kommentar!

      LG
      Daniel

      Antworten

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