[:de]Es ist gefühlte 150 Jahre her, dass ich das letzte Mal im Stratmanns Theater in Essen war. Und das, obwohl ich Essener bin. Damals waren wir mit der Schule dort und schauten uns ein englischsprachiges Theaterstück an. Ich musste daran denken, als ich am vergangenen Samstag das kleine, sehr schöne Theater wieder betrat, um mir das aktuelle Programm von Sascha Korf, “Wer zuerst lacht, lacht am längsten” anzusehen.

Sascha Korf kannte ich bereits aus dem Fernsehen. Ein kleiner, quirliger und lauter Comedian. Genau wie ich es mag. Das macht Spaß und bringt Laune. Schon in seinen TV-Auftritten konnte ich nicht aufhören, über ihn zu lachen. Seine Art, wie er sich bei manchen Themen in Rage redet und mit seiner sehr markanten Stimme den ganzen Saal zusammenbrüllt. Großartig 😀

Und genau diese Art war es, die mich dazu brachte, mir sein aktuelles Programm anzusehen. Und ich kann sagen: einer der coolsten Abende der letzten Monate.

Sascha Korf versteht es wie kein Zweiter, spontan auf Geschehnisse im Publikum zu reagieren. Die kleine Zuschauergruppe, die sich verspätet und quasi synchron mit Programmstart den Saal betritt, wird zum Anlass genommen, das Programm mit eben diesen Gästen zu beginnen (“Mach mal Licht an, da sind gerade 140 Leute gekommen.”). Und genauso geht es weiter. Ich hatte während der gesamten Vorstellung das Gefühl, dass alles, aber auch wirklich alles (bis auf 2-3 kleine Ausnahmen) absolut spontan und der Situation angepasst war. Eigentlich hatte ich bei nur einer Sache im ersten Teil der Show das Gefühl, dass diese geplant war. Alles andere wirkte absolut improvisiert. Und das ist toll! Denn es gibt doch nichts Schöneres für einen Zuschauer, als das Gefühl, dass das Programm komplett auf das Publikum abgestimmt ist und nicht einfach so runtergebetet wird.

Schon klar, ein Künstler kann das Rad nicht bei jedem Auftritt neu erfinden. Und ob Sascha Korf dies gemacht hat, weiß ich auch nicht wirklich. Aber bei mir hat er das Gefühl hinterlassen, dass die Vorstellung am 04.02.2017 in Essen zu 90% individuell war. Ein Unikat.

Sascha Korf arbeitet viel mit dem Publikum. Das sollte man wissen, bevor man sich die Show ansieht. Aber er nimmt Rücksicht: wer nicht interagieren will, muss auch nicht 😉 Es fällt bei Korf aber nicht schwer, mit ihm zu interagieren. Drei ganze Reihen werden mit in das Geschehen integriert – keiner legt sein Veto ein. Alle machen mit. Und das auch überaus gut und lustig! Sascha Korf lässt das Publikum Teil der Show werden. Manch einem mag das nicht geheuer sein. Und so ereignete es sich tatsächlich, dass sich ein Pärchen in der Pause umsetzte, um nicht interagieren zu müssen (Korf hatte vor der Pause die Teilnahme einer bestimmten Reihe angekündigt – zack, fehlten nach der Pause 2 Leute in dieser Reihe). Es ist nicht jedermanns Sache.

Doch Zuschauer wie Vladimir (ein 80jähriger Herr in der ersten Reihe) oder die Arzthelferin Nadine mit ihrem Freund waren Faktoren, die immer wieder aufgegriffen wurden in der Show. Und das hat die Vorstellung sehr persönlich gemacht.

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“Ich bin ein Künstler zum Anfassen. Und ich möchte auch bitte angefasst werden.”

Ohnehin kommt Korf sehr bodenständig, persönlich und sympathisch rüber. Er ist nach der Show der Erste, der an der Bar sitzt, neben seinen Autogrammkarten, und ein Bierchen zischt. Alleine? Nein, keineswegs. Er lädt die Zuschauer ein, mit ihm zu quatschen, zu lachen und zu trinken. Das kleine Theater mit der begrenzten Zuschauerzahl ist für ein solch persönliches Zusammensein ideal. Die ganze Atmosphäre ist irgendwie familiär. Keine Anonymität wie in einer großen Veranstaltungshalle. Ein gemütlicher, gelungener Abend, für den ich Sascha Korf sehr danke!

Ich möchte vom Programm wirklich nicht zu viel verraten – es lebt von der Improvisation, von der Interaktion mit dem Publikum und von Sascha Korfs unvergleichlicher Art! Und ich habe selten so gelacht wie bei diesem Programm. Ich hatte unheimlich viel Spaß und habe den Abend sehr genossen.

Mein Rat ist wirklich: geht hin und lasst Euch drauf ein. Macht mit und habt Spaß.

Tickets für sein Programm gibt es hier.

 

 

 

Foto-Credit:

Titelbild: Sonja Gutschera[:]

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