Ja, ich muss gestehen – ich habe Cats das erste und letzte Mal vor 6 Jahren in Oberhausen gesehen, als die deutsche Produktion mit einem riesigen Zelt auf Tour war, und ich war nicht wirklich begeistert von dem Stück. Ich war traumatisiert. Woran es gelegen hat, kann ich nicht sagen. Hatte ich einen schlechten Tag? War ich zu der Zeit (noch) nicht so wirklich empfänglich für die typischen Andrew Lloyd Webber-“Eigenarten”, die man in einem Musical findet? War es die Cast? Die Akustik im Zelt (man verstand – trotz deutscher Texte – damals nur sehr wenig vom Gesang)? Oder war es das Zelt generell? Die Plätze? Damals war es eine Rundbühne, um die herum die Plätze angeordnet waren und unsere Plätze lagen so, dass wir die Handlung quasi von der Seite aus betrachteten… Ich habe keine Ahnung. Ich weiß nur noch: mir hat das Stück damals nicht gefallen und meine Begleitung und ich waren sogar kurz davor, während der Pause zu gehen. Aber wir hielten aus. Doch gingen wir mit dem Gedanken “Nee, das hat uns nicht gefallen.” aus dem Stück heraus… und ließen diese Erfahrung 6 Jahre lang ruhen. Bis zum gestrigen Dienstag, an dem wir den Katzen noch einmal eine Chance geben wollten.

Und so zog es meine gute Freundin (die damals auch traumatisiert wurde) und mich in das Theater am Marientor in Duisburg, wo Cats aktuell noch bis zum 17.09.2017 auf Tour ist. Im November gastiert es dann in Köln im Musical Dome. Bei der aktuellen Tour handelt es sich jedoch nicht um eine deutsche Inszenierung, sondern um die Tourproduktion aus London, die derzeit auf Europatournee ist. Heißt: die Show ist in englischer Sprache; die Originalversion halt. Seitlich der Bühne werden die Songs übersetzt – allerdings nicht Wort für Wort, sondern mehr oder weniger zusammenfassend. Das sollte man wissen, bevor man sich Tickets kauft, denn man sollte schon in der Lage sein, die englischen Texte zu verstehen. Wie das halt so ist mit internationalen Tourproduktionen… 😉

Bereits seit Juli reisen Cast und Crew durch deutsche Landen und beglücken die Zuschauer mit dem von Andrew Lloyd Webber 1981 erstmals im Londoner Westend präsentierten Stück über den Jellicle Ball und seine tierischen Gäste.

Worum geht es in CATS?

Allzu viel muss man zu dem Stück nicht mehr sagen, denn den meisten dürfte die Handlung bekannt sein.
Wir finden uns in der Nacht wieder, in der der Jellicle Ball stattfindet. Einmal im Jahr gibt es bei den Jellicle Cats dieses Event. Jedes Mal endet es damit, dass das Oberhaupt der Katzen, Old Deuteronomy, ein Mitglied der Jellicle Cats auswählt, das die Reise zum Heaviside Layer antreten darf – und damit in ein neues Leben wiedergeboren wird. Im Laufe des Stücks wird jede Katze auf ihre eigene Art vorgestellt. Zwischendurch gibt es noch eine Entführung und schließlich wählt das Katzenoberhaupt die Katze aus, die in den Genuss der Wiedergeburt kommt – und diese “Personalentscheidung” stellt sich als Überraschung heraus, mit der keine Katze gerechnet hat… 😉

6 Jahre später – Kann das Stück jetzt bei mir punkten?

Ich hatte durch mein “Katzen-Trauma” aus dem Jahr 2011 die Erwartungen recht weit nach unten geschraubt.
Ja, ich weiß: einige werden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und denken “Hat der ‘n Ei am brennen? Wie kann man denn bitte Cats nicht mögen?” Und ich bitte vielmals um Entschuldigung, wenn ich damit bei manchen von Euch fast einen Blutsturz erzeuge 😀 Aber hey, ich habe eine gute Nachricht: das Stück konnte sich erfolgreich rehabilitieren 🙂

Und ich glaube mittlerweile auch, zu wissen, woran es lag, dass mir die aktuelle Inszenierung besser gefallen hat. Denn tatsächlich habe ich von den Songs dieses Mal mehr verstanden als damals in der deutschen Inszenierung. Die Darsteller singen – so habe ich den Eindruck – viel klarer und deutlicher als damals. Auch ist der frontale Blick auf das Geschehen für mich irgendwie angenehmer gewesen als die damalige Gestaltung mit der Rundbühne. Klar, die Rundbühne hatte auch ihre Vorteile – das Geschehen war mittendrin, man hatte das Gefühl, quasi dabei zu sein. Aber ich muss sagen, mir persönlich hat diese “frontale Inszenierung” besser gefallen.

Und wahrscheinlich lag es auch an der grandiosen Cast.

Die Darstellerin der Grizabella, Joanna Ampil, hat das Dingen wirklich gerockt 🙂 Nach ihrer Interpretation von “Memories” hörte ich es um mich herum nur noch schniefen – zahlreiche Besucher waren zu Tränen gerührt. Und auch ich hatte einen Kloß im Hals und war wie gebannt, als sie dieses Meisterwerk von der Bühne schmetterte. Wahnsinn! Richtig coole Katze 😉

Die gesamte Cast ist wirklich atemberaubend. Die Stimmen sind glasklar, selbst im Chor kann man jedes Wort verstehen. Das ist eigentlich was, womit ich oft meine Probleme habe: sobald mehr als 3 Leute gemeinsam singen, setzt mein Hirn aus. Ich verstehe dann nur noch die Hälfte und muss mich für die andere Hälfte arg konzentrieren 😀 Habt Ihr das auch? Oder bin ich damit allein auf dieser Welt? 😀 Wie dem auch sei – ich muss sagen, diese Cast ist wirklich der absolute Wahnsinn. Kein Charakter, bei dem ich dachte “Och nö, der hat es nicht so drauf”.

Während die Handlung einfach gestrickt ist, kann man dies von der Choreografie wohl nicht behaupten. Teils minutenlange Tanzeinlagen am Stück und Choreographien, die einem Knoten in die Augen machen, lassen mich bei der Vorstellung wirklich staunen. Wie bitte kann man sich das alles merken? Ich würde wahnsinnig werden. Aber das zeigt einfach auch, was für ein künstlerisch hochwertiges Musical hier geboten wird. Es wird unheimlich viel getanzt in Cats. Viele Emotionen, Handlungen und Geschehnisse werden über Tanz, konkret: modernes Ballet, ausgedrückt. Nicht jedermanns Sache. Aber mir gefiel es, denn es drückt halt auch die grazilen und geschmeidigen Bewegungen der Katzen aus. In sich stimmig! 😉

Typisch für Andrew Lloyd Webber: viel Gesang, wenig gesprochenes Wort. Eigentlich gar keines hier, wie auch schon bei Evita, das ich diesen Sommer in Düsseldorf sah. Ich habe mich bei Webber-Musicals daran gewöhnt, dass er Musicals “des alten Schlags” präsentiert, in denen halt manchmal einfach jeder Dialog gesungen wird. Dabei sind die Melodien eingängig und wirklich schön! Schon bei “Jellicle Songs for Jellicle Cats” bekommt man unruhige Füße und will am liebsten direkt mittanzen 😀

Alles in allem: ich bin begeistert! Danke für die erfolgreiche Aufarbeitung dieses Traumas 😉 Ich verzeichne einen Behandlungserfolg, bin geheilt – und mag Cats jetzt auch 😉

Tourdaten und… *Trommelwirbel*… Gewinnspiel

Cats gastiert noch bis zum 17.09.2017 in Duisburg im Theater am Marientor. Die nächste Etappe in Deutschland führt die Kitties dann nach Köln, wo sie ab dem 08.11. bis zum 26.11.2017 im Musical Dome spielen.

Und jetzt aufgepasst: in Zusammenarbeit mit BB Promotion verlose ich 1 x 2 Tickets für die Kölner Premiere von Cats im Musical Dome am 08.11.2017 (um 20:00 Uhr). Hüpft mal rüber zu meiner Facebook-Seite und schaut in das Posting zu diesem Beitrag – dort findet das Gewinnspiel statt 😉 Teilnahmeschluss ist der 22.09.2017, 23:59 Uhr. Ich drücke Euch die Daumen.

Rechtliches Gedönse muss auch sein: hier gehts zu den Teilnahmebedingungen.

Und wer leider nicht gewinnt: Tickets für Cats könnt Ihr hier kaufen:
Hier Tickets bestellen

 

 

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