Ich liebe Filme! Mit einem guten Film kann man mir eine unglaublich große Freude bereiten. Damals, als ich Jura studierte, habe ich 9 Jahre lang im größten Multiplex-Kino Deutschlands gearbeitet, um mir das kostspielige Studium zu leisten. Die Liebe zum Film wuchs in der Zeit noch an. Was ich aber mindestens genauso toll finde wie eine gtue Geschichte oder überzeugende Darsteller, ist die Filmmusik. Filmmusik verbindet den Zuschauer doch wirklich nochmal um einiges stärker mit dem gerade gesehenen, oder? Was wäre Titanic ohne dieses seichte “ahahaaaaaaa… ahahaaaaaha….” als Rose und Jack am Bug des Schiffes stehen? Was wäre “Star Wars” ohne den Imperial March von Darth Vader? Nicht halb so gut! 🙂 Und weil Filmmusik nun einmal so grandios ist, hat Sound of Music Concerts in Kooperation mit Semmel Concerts ein entsprechendes Programm auf die Bühne gebracht: “Die Superstars des Musicals – Hollywood Dreams” heißt die Tour. Und sie ist – ihrem Titel entsprechend – traumhaft!

Mit Alexander Klaws, Pia Douwes, Mark Seibert, Sabrina Weckerlin und Andreas Bieber hochkaratik und musicalhaft besetzt, bietet uns die Show die größten Filmhits der vergangenen Jahrzehnte. Und die Setlist hat es in sich: Hits wie “I will always love you” aus dem Film “Bodyguard” (aktuell als Musical zu sehen in Stuttgart), “Under the sea” aus Disneys “Arielle” oder einem fetzigen Grease-Medley (auch Grease ist ab der kommenden Woche wieder auf Tour) katapultieren mich sofort wieder in die entsprechenden Filmsequenzen.

Superstars des Musicals - Hollywood Dreams

 

An diesem Abend sehe ich sowohl Sabrina Weckerlin als auch Pia Douwes das erste Mal nicht in einer Rolle auf der Bühne. Sondern als Solisten. Und ich bin arg begeistert.

Pia Douwes ist einfach eine Grande Dame, die in jeden Song ihren eigenen Stil mit hineinbringt. Ihre unverwechselbare Stimme passt ebenso gut zu “I will always love you” (ganz toll in einem Mix aus der Originalversion von Dolly Parton und der Filmversion von Whitney Houston präsentiert) als auch zu “The Wind beneath my wings” (meinem absoluten Pia Douwes-Highlight des Abends). Wer eine so markante Stimme hat, wird gerne mal auf die Rolle, die man mit der Stimme verbindet, reduziert. Ich sah Douwes zuletzt auf der Bühne in Tecklenburg als Mrs. Danvers in Rebecca. Douwes schafft es aber, dass man sich von den Rollen freimachen kann. Ihre Darstellung der Elisabeth oder der Mrs. Danvers rücken vollkommen in den Hintergrund. Douwes ist Douwes auf der Bühne. Und das macht einen guten Musicaldarsteller aus – außerhalb der Rollen nun einmal auch außerhalb der Rollen zu agieren. Douwes kann das. Sie ist Profi. Und als solcher schmettert sie die Songs in ihrem eigenen Stil ganz grandios in den Konzertsaal.

Sabrina Weckerlin hat eine so unglaublich moderne, warme und ergreifende Stimme, dass es mich bei “What a feeling”, das sie mit Pia Douwes schmettert, kaum auf dem Sessel hält. Sabrina Weckerlin zeigt an diesem Abend, dass sie einfach alles singen kann. “Who wants to live forever”, einer meiner – naja sagen wir es mal vorsichtig – eher nicht so favorisierten Songs der Musikgeschichte, bietet Weckerlin zusammen mit Alexander Klaws so unfassbar gut und ergreifend dar, dass ich meine Antipathie dem Song gegenüber komplett vergesse und nur noch mit offenem Mund dem Gesungenen lausche. Was Weckerlin zuletzt als Kala in Disneys “Tarzan” auf der Bühne zeigte, potenziert sie an diesem Abend mit dem 100fachen. Sabrina Weckerlin ist der Burner, ein so unglaublich großes Talent. Wer bis zu diesem Abend noch nicht total geflasht und ein Fan von dieser Künstlerin ist, wird es nach “Hollywood Dreams” definitiv sein. Ich fand sie als Kala bereits toll, hatte das gesamte Potential ihrer Stimme aber bis zu diesem Abend nicht auf dem Schirm. Mein absolutes Highlight ist an diesem Abend “Let it go”, das so unbeschreiblich und atemberaubend gut von Sabrina Weckerlin gesungen wird. Mein Appell an die Musicalmacher: bitte castet Sabrina Weckerlin für die Rolle der Elsa, sollte “Frozen” den Weg vom Broadway nach Deutschland machen.

Alexander Klaws ist ein “Allround-Talent”. Ihm stehen Songs wie “Eye of the Tiger” extrem gut (seinen Hüftschwung hat er hierfür scheinbar perfektioniert 😀 ). Ich persönlich höre ihn aber einen Tacken lieber bei Balladen. Denn auch Klaws hat – so finde ich – in diesen Stücken eine Wärme in der Stimme, die einen sofort fesselt. “When you say nothing at all” aus “Notting Hill” singt er großartig zusammen mit Sabrina Weckerlin. “Against all odds” von Phil Collins ist mein Klaws-Highlight des Abends. Klaws findet sich auch – seinen musikalischen Ursprüngen entsprechend – im Pop-Bereich zurecht. Nicht-Musical-Songs stehen ihm genauso gut wie die des Genres. Er kann es einfach und zeigt es an diesem Abend mal wieder!

Mark Seibert – was soll man sagen? Ein unglaublich toller Sänger, der auch auf der Bühne der Duisburger Mercatorhalle das Haus rockt. Ihm gelingen sowohl tolle Uptempo-Nummern wie “Footloose” als auch die ruhigen Stücke wie “Everything I do” aus “Robin Hood” – wunderbar präsentiert mit Andreas Bieber im Duett. Mark Seibert hat eine wunderbare Bühnenpräsenz und schafft es, alle Titel so zu interpretieren, dass man sie ihm abnimmt. Auch Seibert gefällt mir bei ruhigen Stücken ein ganz kleines bisschen besser als bei den schnellen Songs. Bei Balladen kann er besser zeigen, was er drauf hat. Und er hat wirklich einiges drauf. “Time of my life”, das ich von ihm bereits bei den Cityring-Konzerten in Dortmund in diesem Sommer sehen bzw hören konnte, singt er großartig und sofort sehe ich Wassermelonen vor meinem geistigen Auge, spüre – gogong gogong – mein Herz klopfen und tanze innerlich den Merengue.

Andreas Bieber – mit ihm verbindet mich etwas ganz Besonderes. Denn Andi Bieber war der Musicalstar, der mich prägen bzw. meine Leidenschaft entfachen sollte. Mit “Joseph and the amazing technicolor Dreamcoat” (oh man, was für ein Titel) im Colosseum Essen startete damals 1997 (ja, da war ich schon im zumindest beschränkt geschäftsfähigen Alter; ja, ich bin heute fortgeschrittenn Alters 😀 ) meine Liebe zum Musical. “Joseph” war mein allererstes Musical und Andi Bieber – neben Kristin Hölck – der erste Musicalstar, den ich sah. Bereits zu Jahresbeginn konnte ich ihn bei “20 Jahre Musicals in Essen” als Moderator und Solist (zu meiner Freude wieder als Joseph) sehen. Und das macht er wirklich gut. Seine Stimme ist modern und unverwechselbar. Im Duett mit Mark Seibert bietet er eine unglaublich gute Gegenkomponente zu Seiberts tiefen Stimme. “Sie sieht mich einfach nicht” bietet Bieber wirklich unglaublich gut dar und schafft es, dem Song seine eigene Note zu verleihen. Mein Bieber-Highlight des Abends ist aber “Must have been love”, das er im Duett mit Sabrina Weckerlin singt. Der Song passt wunderbar zu seiner Stimme und ich hab ihn noch immer im Ohr.

Begleitet werden die fünf Solisten von einer Liveband unter der Leitung von Mario Stork. Und diese Band ist wirklich der Hammer. Man kann dazu nicht mehr sagen. Großartige Musiker, die die Solisten perfekt in Szene setzen und mit ihnen harmonieren.

Schließlich möchte ich den Veranstaltern dieses Konzerts noch ein Lob aussprechen: danke an Sound of Music Concerts, namentlich Andreas Luketa, für das Konzept zu dieser Show – die Songauswahl hätte besser nicht sein können!

Superstars des Musicals - Hollywood Dreams

Superstars des Musicals - Hollywood Dreams

Superstars des Musicals - Hollywood Dreams

Ich träume mich nach Hollywood

Dieser Abend wird mir lange in Erinnerung bleiben. 5 wahnsinnig großartige Solisten, die sowohl alleine als auch in unterschiedlichen Kombinationen grandios funktionieren und einfach den gesamten Saal zum Beben und zum Träumen bringen. Hollywood Dreams eben. Traumhafte Show, traumhafte Solisten, traumhafte Songs. Songs, die sofort Filmsequenzen in meinem Kopf aufploppen lassen. Songs, die bewirken, dass ich mir den einen oder anderen Film in Kürze sicher noch einmal ansehen werde. Songs und Künstler, die mir einen unglaublich schönen Abend mit einer nicht zu beschreibenden Qualität geliefert haben. Ich danke hierfür sehr herzlich. Und ich kann jedem nur raten: lasst Euch diese Show nicht entgehen. Auch Nicht-Musical-Fans kommen auf ihre Kosten! Versprochen!

 

Tickets für die Show gibt es hier:
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