“Tarzan” ist doch immer wieder einen Besuch wert. Das durfte ich auch am vergangenen Dienstag wieder einmal erleben. Anlass war der Wechsel einiger Castmitglieder.
Bei Long-Runs (so werden die Musicals genannt, die länger an einem Standort spielen) steht einmal im Jahr ein größerer Castwechsel an. Diverse Rollen werden dann neu besetzt, auch Hauptrollen bekommen neue Darsteller.

Und dies ereignete sich nun im Dschungel in Oberhausen. Grund genug, die Expedition erneut zu starten und einen Trip ins Metronom-Theater vorzunehmen. Denn man muss ja auch mal sehen, wie sich andere Affen so machen 😉

Neu im Hauptcast von Disneys “Tarzan” sind Andreas Lichtenberger als Kerchak, Jeffrey Socia als Terk und Rudi Reschke als Clayton und Sophia Wezer als Kala.

Andreas Lichtenberger, der nicht das erste Mal in die Rolle des Affenbanden-Oberhauptes schlüpft, hat mich total überzeugt. Er hat eine unglaubliche Präsenz auf der Bühne und einen sehr starken Ausdruck – sowohl im Spiel als auch im Gesang. Der Affenvater ist ihm auf den Leib geschrieben.

Jeffrey Socia, den viele von Euch sicher als Rusty aus Starlight Express kennen, füllt die Rolle des Terk unglaublich gut. Er macht das ganze ebenso gut wie sein Vorgänger Massimiliano Pironti. Ab und an höre ich zwar noch den Rusty raus, weil ich seine Stimme nunmal irgendwie mit der Dampflok verbinde, aber das ist halt so. Manche Rollen prägen und es dauert, bis man die Person wieder mit einer anderen Rolle verbindet. So wird es jedem gehen, der bestimmte Darsteller mit einer Rolle verknüpft (Jan Ammann ist nun einmal irgendwie immer der Graf und Pia Douwes ist nun einmal immer irgendwie die Kaiserin Elisabeth oder Mrs. Danvers… 😀 ). Socia scheint jedoch einen Faible für körperlich stark fordernde Rollen zu haben, denn ich denke, dass das Lianen-Schwingen ebenso anstrengend ist, wie mit den Rollschuhen durchs Theater zu sausen. Aber auch im Dschungel macht er eine unglaublich gute Figur!

Rudi Reschke als Clayton ist in seinem Spiel ein überzeugender Bösewicht. Er macht seinen Job wirklich gut und man kann ihn als Clayton nunmal nicht ausstehen – ein Kompliment für alle, die Bösewichte spielen 😀 Eine sehr gelungene Besetzung. Man kauft ihm den Clayton ohne Zweifel ab.

Sophia Wezer empfand ich im Vergleich zu ihrer Vorgängerin Sabrina Weckerlin als eine ganz andere Kala. Sie macht ihre Sache aber genauso gut, unterscheidet sich aber meiner Meinung nach in Stimme und Wesen doch arg von Sabrina. Sabrina hat eine sehr moderne Pop-Stimme, während Sophia reifer wirkt. Sie stellt für mich eine ältere Kala dar, was nicht unbedingt schlecht ist. Denn während Weckerlin in machen Szenen für meinen Geschmack einen Tacken zu jung rüberkam als Affenmutter, ist Sophie von der Stimme her ein wenig “älter”, was für mich wirklich gut passt. Nicht falsch verstehen – Sabrina Weckerlin hat die Rolle der Kala großartig verkörpert und ich habe sie in der Rolle wirklich unheimlich gern gesehen. Sophie stellt Kala auf eine ganz andere, reifere Art dar, was auch wirklich gut passt. Auch sie macht das wirklich großartig!

Merlin Fargel und David Hardenberg sind als neue Swings dabei; Raphael Dörr kam als neuer Walk-In hinzu. Im Ensemble gab es tierisch guten Zuwachs mit Callum Dyer, Antoine Banks-Sullivan, Millie Mayhew, Linda Verstraten, Andrew Chadwick, Gustavo Nunez, Emerson Silva und Daniel Bradford. Was das Ensemble leistet, ist atemberaubend. Ich konnte dieses Mal quasi mittendrin erleben, was es heißt, Ensemble bei Tarzan zu sein. Denn dieses Mal saßen wir in Reihe 12 am Rand. Ich hatte direkt zu Beginn der Show einen Affen unmittelbar über meinem Kopf hängen. Wer also gerne mal erleben will, wie sowas ist, dem empfehle ich Parkett Rechts, Reihe 12, Platz 11 😉

Generell ist die Show aber von jedem Platz auch mega!!!!

 

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