[:de]Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, da war Alexander Klaws noch ein Kandidat bei DSDS. Es war die erste Staffel. Ja, damals war ich schon voll geschäftsfähig und konnte sogar im TV-Studio dabei sein. Es war der Tag, an dem Grazia rausflog. Ein Skandal. Einer der ersten der Casting-Show-Geschichte. Aber es war letztlich nichts, was unser Leben negativ beeinflussen sollte.  Und so wurde Alexander Klaws der erste deutsche RTL-Superstar. Nach ihm sollten noch einige kommen. Keiner aber hat sich – zumindest was Musik angeht – so gut im Geschäft gehalten wie Herr Klaws.

Warum? Er hat es clever gemacht und wurde Musical-Star. Einfach so.

Nein, so einfach natürlich nicht. Tatsächlich hat Alexander Klaws nach seinen ersten Jahren als Superstar die Schulbank gedrückt, um Musicalsänger zu werden. An der Joop van den Ende Academy in Hamburg lernte er das Handwerk und erhielt kurz darauf das erste Engagement als Alfred in “Tanz der Vampire” (übrigens auch ein grandioses Musical). Und nun ist er – wie auch schon zuvor von 2010-2013 – wieder als Tarzan im gleichnamigen Disney-Musical zu sehen. Das läuft seit dem 06.11.2016 im Metronom-Theater in Oberhausen.

Tarzan (Alexander Klaws) Disneys Musical TARZAN im Stage Metronom Theater Oberhausen Premiere am 6. November 2016

Foto: Stage Entertainment

Tja, und ich muss – als bekennender Musical-Fan – zu meiner Schande gestehen, dass ich es bisher nie geschafft habe, TARZAN zu sehen. Das sollte sich nun ändern 🙂 Zusammen mit meiner Freundin Bine konnte ich die erste reguläre Vorstellung (Entschuldigung, warum war ich eigentlich nicht zur Premiere eingeladen? 😀 😀 ) sehen.

Und mein Fazit fällt eindeutig aus: der Wahnsinn!

TARZAN war nie mein liebster Disney-Film. Es gibt einige Filme von Disney, ohne die mein Leben wohl keinen Sinn hätte. Einige! Aber Tarzan gehörte nie dazu. Der Film war nett, Anke Engelke als Synchronsprecherin der Jane war toll und witzig. Aber dem Film fehlte irgendwie der Charme der anderen Disney-Filme. Vielleicht war es auch die Musik, die weniger “königlich” und kitschig war als die bei “Die Schöne und das Biest” oder “Aladdin”? Ich wurde im Film nie so richtig warm mit der Musik. Da nützte es auch – aus meiner Sicht – nichts, dass die Musik von Phil Collins stammt.

Das Musical ist jedoch eine ganz andere Nummer. Die Inszenierung ist der absolute Hammer. Und die Musik fühlt sich auch ganz anders an. Es mag daran liegen, dass die Atmosphäre eine andere ist als wenn man den Film sieht. Klar ist sie eine andere. Es ist Live-Entertainment. Tausendmal besser. Aber was Stage Entertainment da auf die Beine stellt, ist großartig. Das Musical-Theater selbst gleicht einem Urwald. Die Bühne ist nicht auf ein Rechteck beschränkt. Nein, die Kulissen ragen aus der Bühne heraus und gehen an den Seitenwänden des Theaters weiter. Alles “Spielplätze” für die Affen. Denn davon gibt es viele. Und sie sind überall. Wirklich überall.

Auch oben. Über den Köpfen. Und das ist das eigentliche Hightlight. Klar, man kennt es, dass bei “Tanz der Vampire” auch mal Untote durch die Reihen des Theaters schlurfen. Aber dass es wirklich Action ÜBER den Köpfen der Zuschauer gibt, war für mich eine neue Erfahrung. Für die Spielzeit im Metronom-Theater wurden sogar noch zusätzliche, imposantere Show-Einlagen über den Köpfen des Publikums eingebaut. Und das hat sich wirklich gelohnt. Es ist unfassbar, was die Darsteller unter der Hallendecke leisten – ein 360-Grad-Erlebnis; das komplette Theater wird von den Darstellern genutzt und das Publikum auch an der einen oder anderen Stelle mal mit einbezogen. Und ab und an kommen einem die Affen auch gefährlich nahe 😉

Plötzlich fallen sie an Lianen (=”Bungee-Seile”) von der Hallendecke und turnen unmittelbar über den Zuschauern herum, mal kommt von der hinteren Saal-Ecke jemand herangeschwungen. Typische Lianen-Action halt.

Auch die Musik wirkt anders als im Film. Es ist die imposante und schnelle Inszenierung, das Dabeisein im Dschungel, dass hier mega gut mit der Musik zusammenspielt. Denn die Musik ist toll, keine Frage. Phil Collins macht gute Musik. Es ist eine gute Mischung von energiegeladenen Songs bis hin zu traurigen und emotionalen Balladen. Aber was die Darsteller da an diesem Abend (wie an 5 anderen Abenden und 2 Nachmittagen) leisten, ist grandios. Ich komme selbst jetzt noch ins Schwitzen, wennn ich daran denke, wie diverse Akteure über meinem Haupt hin- und herflogen.

Ensemble Disneys Musical TARZAN im Stage Metronom Theater Oberhausen Premiere am 6. November 2016

Foto: Stage Entertainment

Tessa Sunniva van Tol (Jane) und Tarzan (Alexander Klaws) Disneys Musical TARZAN im Stage Metronom Theater Oberhausen Premiere am 6. November 2016

Foto: Stage Entertainment

Auch wenn ich kein großer Fan von Alexander Klaws war, muss ich nun sagen: meine Ansicht muss ich wirklich revidieren. Denn Herr Klaws ist gut als Tarzan! Richtig gut! Wirklich. Es hat Spaß gemacht, ihm zuzusehen. Und den anderen Darstellern, die den Film wirklich mega auf die Bühne gebracht haben. Der Affenvater Kerchak wird extremst genial von Patrick Stahnke, einer wirklichen Größe im Musicalbusiness, dargestellt. Sabrina Weckerlin als Affenmutter ist toll, meines Erachtens wirkt sie an manchen Stellen des Musicals aber zu jung, gerade ab dem Teil, in dem Tarzan erwachsen wird. Sie altert irgendwie nicht. Aber dennoch stellt sie Tarzans Ziehmutter grandios dar. Jane wird von der Holländerin Tessa Sunniva van Tol dargestellt. Auch richtig toll. Sie kommt der “durchgeknallten” Film-Version sehr nahe. Und ihr holländischer Akzent klingt wirklich süß! Massimiliano Pironti als Tarzans bester Affenfreund Terk spielt hervorragend und leistet Großartiges auf der Bühne!
Seit der Deutschlandpremiere des Musicals im Jahr 2008 ist Japheth Myers als Professor Porter, Janes Vater, mit an Bord des Musicals. Und er ist ein echter Gewinn. Kein Wunder, dass er seit 2008 stets dabei war und die Premierenbesetzungen spielte. Daumen hoch. Fantastische Darbietung.
Fazit: Ein Besuch des Musicals lohnt sich definitiv!!! Auch und insbesondere mit Alexander Klaws als Tarzan![:]

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