Bei manch einer Kombination in der „Musical-Szene“ schlackert einem der Körper, und es geht einem die Pumpe, wenn man sie miterleben darf. Denn es gibt Garanten für gute Unterhaltung in diesem Bereich. Andrew Lloyd Webber gehört zu diesen Garanten. Der „Godfather of Musical“ schafft es einfach mit fast jedem Stück, dass ich Gänsehaut habe. Einziger Ausreißer war bislang „Cats“, das ich wirklich grauenhaft fand (liebe Grüße an Yvonne an dieser Stelle). Aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel.

Wenn dieses Genie sich dann auch noch mit DER Grande Dame des Musicals „paart“ (im Sinne einer Theateraufführung, nicht im eigentlichen Paarungssinn), dann ist es um mich geschehen. Denn diese Kombination durfte ich bei der Premiere von „Sunset Boulevard“ in der Oper Dortmund erleben. Keine Geringere als Pia Douwes konnte für die Neu-Inszenierung des Webber-Stückes gewonnen werden. Und Pia Douwes ist in der Tat jedes Mal ein Gewinn.

Spielte sie damals bei der Urauffährung des Stückes „Elisabeth“ bereits die österreichische Kaiserin in einer unnachahmlichen Weise, verkörpert sie nun in „Sunset Boulevard“ mit Norma Desmond eine weitere „eigenwillige“ Frau, deren innewohnende Verzweiflung und Verrücktheit Douwes unbeschreiblich gut wiedergibt. Für mich ein absolutes Highlight. Denn als großer Fan des Musicals ist es schon quasi ein Punkt auf der Musical-Bucket-List, Pia Douwes mal live in Action zu sehen.

Diesen Punkt kann ich nun voller Freude abhaken – check.

 

 

Theater Dortmund Spielzeit 2016/2017 Sunset Boulevard OPERNHAUS DORTMUND Musical von Andrew Lloyd Webber 
Nach dem Film von Billy Wilder 
Deutsch von Michael Kunze Neuinszenierung der Bad Hersfelder Produktion von 2011 Premiere 08.10.2016 Musikalische Leitung: Ingo Martin Stadtmüller, Manuel Pujol Regie: Gil Mehmert Szenische Probenleitung: Erik Petersen, Christian Stadlhofer Choreografie: Melissa King Choreografische Einstudierung und Dance Captain: Yara Hassan Bühne und Kostüme: Heike Meixner Dramaturgie: Wiebke Hetmanek Norma Desmond: Pia Douwes Joe Gillis: Oliver Arno Betty Schaefer: Wietske van Tongeren Max von Mayerling: Ks. Hannes Brock Sheldrake u.a.: Daniel Berger Cecil B. DeMille: Hans Werner Bramer Artie Green: Morgan Moody Mr. Manfred Myron u.a.: Joshua Whitener Heather u.a.: Sarah Wilken Mary u.a.: Charlotte Katzer Ursula u.a.: Anneke Brunekreeft Jean u.a.: Yara Hassan Lisa: Lina Gerlitz Joanna u.a.: Martina Vorsthove Katherine u.a.: Natascha Valentin Cliff u.a.: Pascal Cremer John u.a.: Marvin Schütt Sammy u.a.: Anton Schweizer Wunderkind u.a.: Florian Minnerop Jonesy u.a.: Henry Lankester Schuldeneintreiber u.a.: Alexander Sasanowitsch Mit den: Dortmunder Philharmonikern

Sunset Boulevard – worum geht es?

„Sunset Boulevard“ spielt im Jahre 1949/1950 und handelt von der eigenwilligen Verbindung zweier Menschen, die ungleicher nicht sein könnten, jedoch im Großen und Ganzen ein gemeinsames Ziel verfolgen.

Das Musical beginnt mit 3 Schüssen und einer Leiche, die im Pool einer Villa gefunden wird.

Es ist die Leiche des Drehbuchautors Joe Gillis, der seine Geschichte und die der Schauspielerin Norma Desmond rückblickend erzählt.

Als hochverschuldeter Drehbuchautor auf der Flucht vor seinen Gläubigern (die Auto-Verfolgungsjagd ist sehr clever auf der Bühne inszeniert), erblickt Joe Gillis in der Dunkelheit eine leere Garage, in der er sich mit seinem Wagen fluchtartig versteckt, ohne zu wissen, zu wessen Anwesen diese Garage gehört: dem von Norma Desmond, vor Jahren erfolgreicher und gefeierter Star der Stummfilm-Ära, die zurückgezogen am Sunset Boulevard in einer prächtigen Villa lebt. Und eben dort ist Joe nun „gestrandet“ auf seiner Flucht.

Theater Dortmund Spielzeit 2016/2017 Sunset Boulevard OPERNHAUS DORTMUND Musical von Andrew Lloyd Webber 
Nach dem Film von Billy Wilder 
Deutsch von Michael Kunze Neuinszenierung der Bad Hersfelder Produktion von 2011 Premiere 08.10.2016 Musikalische Leitung: Ingo Martin Stadtmüller, Manuel Pujol Regie: Gil Mehmert Szenische Probenleitung: Erik Petersen, Christian Stadlhofer Choreografie: Melissa King Choreografische Einstudierung und Dance Captain: Yara Hassan Bühne und Kostüme: Heike Meixner Dramaturgie: Wiebke Hetmanek Norma Desmond: Pia Douwes Joe Gillis: Oliver Arno Betty Schaefer: Wietske van Tongeren Max von Mayerling: Ks. Hannes Brock Sheldrake u.a.: Daniel Berger Cecil B. DeMille: Hans Werner Bramer Artie Green: Morgan Moody Mr. Manfred Myron u.a.: Joshua Whitener Heather u.a.: Sarah Wilken Mary u.a.: Charlotte Katzer Ursula u.a.: Anneke Brunekreeft Jean u.a.: Yara Hassan Lisa: Lina Gerlitz Joanna u.a.: Martina Vorsthove Katherine u.a.: Natascha Valentin Cliff u.a.: Pascal Cremer John u.a.: Marvin Schütt Sammy u.a.: Anton Schweizer Wunderkind u.a.: Florian Minnerop Jonesy u.a.: Henry Lankester Schuldeneintreiber u.a.: Alexander Sasanowitsch Mit den: Dortmunder Philharmonikern

Norma Desmond (Pia Douwes) und Joe Gillis (Oliver Arno)

Nachdem er sich Zutritt zum Anwesen verschafft hat, trifft er auf Norma und deren Buttler Max. Norma und Joe kommen ins Gespräch über seine Arbeit, und Norma berichtet ihm von ihrem Drehbuch, das sie verfasst hat. Sie bittet ihn, dieses in ihrem Sinne zu überarbeiten, damit sie es Paramount anbieten und mit diesem Drehbuch ihr „Comeback“ („Comeback ist so ein hässliches Wort, ich nenne es ‚Rückkehr‘“ -Norma Desmond-) feiern kann. Norma, die sich von mal zu mal mehr in die „Rückkehr“ hineinsteigert, verkennt dabei jedoch, dass ihre Zeit längst der Vergangenheit angehört und eine neue Ära begonnen hat, in der sie keine Rolle mehr spielt.

Joe willigt jedoch ein und zwischen den beiden Charakteren entwickelt sich eine Zweckgemeinschaft, die ungeahnte Züge und Entwicklungen nimmt. Derweil lernt Joe die junge Betty Schaefer kennen, deren Ambitionen, mit ihm ein Drehbuch zu verfassen, ihn sehr beflügeln. Auch zu Betty entwickelt sich eine intensivere Verbindung. Joe findet sich bald in einem Zwiespalt, während die Verbindungen zu den beiden Frauen immer stärker werden, jede auf ihre eigene besondere Weise.

Schließlich muss Joe sich entscheiden, welche Verbindung für ihn die richtige ist…

 

Pia Douwes, die Grande Dame des Musicals, als „Norma Desmond“

Pia Douwes schafft es mit einem äußerst komödiantischen Talent, die Verzweiflung und die im Laufe des Stückes stärker werdende Verrücktheit der Norma Desmond darzustellen.

Theater Dortmund Spielzeit 2016/2017 Sunset Boulevard OPERNHAUS DORTMUND Musical von Andrew Lloyd Webber 
Nach dem Film von Billy Wilder 
Deutsch von Michael Kunze Neuinszenierung der Bad Hersfelder Produktion von 2011 Premiere 08.10.2016 Musikalische Leitung: Ingo Martin Stadtmüller, Manuel Pujol Regie: Gil Mehmert Szenische Probenleitung: Erik Petersen, Christian Stadlhofer Choreografie: Melissa King Choreografische Einstudierung und Dance Captain: Yara Hassan Bühne und Kostüme: Heike Meixner Dramaturgie: Wiebke Hetmanek Norma Desmond: Pia Douwes Joe Gillis: Oliver Arno Betty Schaefer: Wietske van Tongeren Max von Mayerling: Ks. Hannes Brock Sheldrake u.a.: Daniel Berger Cecil B. DeMille: Hans Werner Bramer Artie Green: Morgan Moody Mr. Manfred Myron u.a.: Joshua Whitener Heather u.a.: Sarah Wilken Mary u.a.: Charlotte Katzer Ursula u.a.: Anneke Brunekreeft Jean u.a.: Yara Hassan Lisa: Lina Gerlitz Joanna u.a.: Martina Vorsthove Katherine u.a.: Natascha Valentin Cliff u.a.: Pascal Cremer John u.a.: Marvin Schütt Sammy u.a.: Anton Schweizer Wunderkind u.a.: Florian Minnerop Jonesy u.a.: Henry Lankester Schuldeneintreiber u.a.: Alexander Sasanowitsch Mit den: Dortmunder Philharmonikern

Pia Douwes als Norma Desmond

Ich durfte Pia in dieser Vorstellung das erste Mal überhaupt auf der Bühne erleben, und ich wurde nicht enttäuscht. Über ihre Gesangsqualitäten brauche ich kein Wort zu verlieren. Die Art und Weise, wie sie Norma verkörpert, ist aber etwas, das mich wirklich sehr beeindruckt hat.

Und nicht nur ich war offenbar hin und weg von ihr. Bereits bei dem ersten Erscheinen auf der Bühne wurde Pia Douwes frenetisch gefeiert – ganz einer Premiere entsprechend. Ihre Musikeinlagen führten zu nicht enden wollendem Applaus und die Aufführung wurde schließlich mit minutenlangem Schlussapplaus und Standing Ovations belohnt.

Aber nicht nur Pia Douwes hat den Saal zum Kochen gebracht. Auch die übrigen Darsteller sind sehr gut gecastet worden und ein jeder passt so gut zu seiner/ihrer Rolle, dass man ihnen all das Gespielte ohne Probleme abnimmt. Oliver Arno, Darsteller des Joe Gillis, überzeugt mit der von ihm perfekt umgesetzten Verzweiflung und dem Zwiespalt, in dem sich seine Figur befindet.

 

Die Musik – typisch Andrew Lloyd Webber

Andrew Lloyd Webber hat hier in der Musik seine Duftmarke hinterlassen. Ein wenig erinnert die Musik an das „Phantom der Oper“ – nein, es ist keine Opernmusik, die in „Sunset Boulevard“ verarbeitet wurde.  Im Gegenteil, denn die Musik spiegelt großartig die 50er Jahre wieder und sorgt dafür, dass man allein durch einzelne Tonfolgen sofort die Atmosphäre dieser Ära spürt. Was die beiden Stücke aber gleich haben, sind stets wiederkehrende Melodien.

Theater Dortmund Spielzeit 2016/2017 Sunset Boulevard OPERNHAUS DORTMUND Musical von Andrew Lloyd Webber 
Nach dem Film von Billy Wilder 
Deutsch von Michael Kunze Neuinszenierung der Bad Hersfelder Produktion von 2011 Premiere 08.10.2016 Musikalische Leitung: Ingo Martin Stadtmüller, Manuel Pujol Regie: Gil Mehmert Szenische Probenleitung: Erik Petersen, Christian Stadlhofer Choreografie: Melissa King Choreografische Einstudierung und Dance Captain: Yara Hassan Bühne und Kostüme: Heike Meixner Dramaturgie: Wiebke Hetmanek Norma Desmond: Pia Douwes Joe Gillis: Oliver Arno Betty Schaefer: Wietske van Tongeren Max von Mayerling: Ks. Hannes Brock Sheldrake u.a.: Daniel Berger Cecil B. DeMille: Hans Werner Bramer Artie Green: Morgan Moody Mr. Manfred Myron u.a.: Joshua Whitener Heather u.a.: Sarah Wilken Mary u.a.: Charlotte Katzer Ursula u.a.: Anneke Brunekreeft Jean u.a.: Yara Hassan Lisa: Lina Gerlitz Joanna u.a.: Martina Vorsthove Katherine u.a.: Natascha Valentin Cliff u.a.: Pascal Cremer John u.a.: Marvin Schütt Sammy u.a.: Anton Schweizer Wunderkind u.a.: Florian Minnerop Jonesy u.a.: Henry Lankester Schuldeneintreiber u.a.: Alexander Sasanowitsch Mit den: Dortmunder Philharmonikern

 

Immer wieder wiederholt sich im Stück eine bestimmte Melodie, einzelne, die Personen oder Orte kennzeichnende Tonfolgen werden stetig passend wieder eingesetzt. Ähnlich ist es beim „Phantom der Oper“. Genau dies kennzeichnet die opulenten Werke von Andrew Lloyd Webber. Gleichzeitig aber auch damit verbunden ist die Besonderheit, dass man nicht direkt mit einer im Kopf bleibenden Melodie konfrontiert wird, sondern durch die ständige Wiederholung der Melodien Ohrwürmer ganz im Sinne von Webber bekommt. Diese im Ohr festgesetzt, spuken sie nach wie vor in meinem Kopf herum und sorgen dafür, dass ich nicht anders kann als bei Spotify die jüngste Aufnahme (leider schon von 2007 [Londoner Cast], die deutsche Version suchte ich heute vergebens) des Stückes zu suchen.

 

Fazit:

Eine äußerst gelungene Inszenzierung, die gerne auch länger oder öfter gespielt werden könnte mit einer fantastischen Pia Douwes und einem großartigen Oliver Arno in den Hauptrollen.

 

Tipp:

Wer noch kein Musical gesehen hat, sollte vielleicht nicht mit „Sunset Boulevard“ beginnen. Dafür ist das Stück zu klassisch angehaucht und nicht „farbenfroh“ genug. Es gibt keinen wirklich spekatulären Song, bei dem man denkt „Wow, jetzt kommt das Konfetti von der Saaldecke, Luftschlangen werden ins Publikum gefeuert und die Bühne steht quasi in Flammen“. Dafür ist das Musical zu ruhig und an manchen Stellen auch zu „düster“ (immerhin ist der dem Musical zugrunde liegende Film eigentlich schon ein Krimi). Mein Begleiter war bei weitem nicht so „amused“ wie ich es war… was aber daran liegen mag, dass sein einziger Musical-Vergleich bisher „Der König der Löwen“ ist. Es bedarf also noch einiges an Arbeit, hier eine Heranführung an das Thema „Musical“ vorzunehmen. Challenge accepted 😉

 

Tickets sind HIER erhältlich.

 

Die Cast:

Norma Desmond:                        Pia Douwes

Joe Gillis:                                        Oliver Arno

Betty Schaefer:                             Wietske van Tongeren

Max von Mayerling:                     Ks. Hannes Brock

Sheldrake u.a.:                              Daniel Berger

Cecil B. DeMille:                            Hans Werner Bramer

Artie Green:                                   Morgan Moody

Mr. Manfred Myron u.a.:            Joshua Whitener

Heather u.a.:                                 Sarah Wilken

Mary u.a.:                                      Charlotte Katzer

Ursula u.a.:                                    Anneke Brunekreeft

Jean u.a.:                                        Yara Hassan

Lisa:                                                 Lina Gerlitz

Joanna u.a.:                                   Martina Vorsthove

Katherine u.a.:                              Natascha Valentin

Cliff u.a.:                                         Pascal Cremer

John u.a.:                                       Marvin Schütt

Sammy u.a.:                                   Anton Schweizer

Wunderkind u.a.:                         Florian Minnerop

Jonesy u.a.:                                    Henry Lankester

Schuldeneintreiber u.a.:              Alexander Sasanowitsch

 

 

Foto-Credit: Pressefotos Opernhaus Dortmund / Theater Dortmund[:en]Es gibt Kombinationen in der „Musical-Szene“, das schlackert einem der Körper, und es geht einem die Pumpe, wenn man sie miterleben darf. Denn es gibt Garanten für gute Unterhaltung in diesem Bereich. Andrew Lloyd Webber gehört zu diesen Garanten. Der „Godfather of Musical“ schafft es einfach mit fast jedem Stück, dass ich Gänsehaut habe. Einziger Ausreißer war bislang „Cats“, das ich wirklich grauenhaft fand (liebe Grüße an Yvonne an dieser Stelle). Aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel.

Wenn dieses Genie sich dann auch noch mit DER Grande Dame des Musicals „paart“ (im Sinne einer Theateraufführung, nicht im eigentlichen Paarungssinn), dann ist es um mich geschehen. Denn diese Kombination durfte ich bei der Premiere von „Sunset Boulevard“ in der Oper Dortmund erleben. Keine Geringere als Pia Douwes konnte für die Neu-Inszenierung des Webber-Stückes gewonnen werden. Und Pia Douwes ist in der Tat jedes Mal ein Gewinn.

Spielte sie damals bei der Urauffährung des Stückes „Elisabeth“ bereits die österreichische Kaiserin in einer unnachahmlichen Weise, verkörpert sie nun in „Sunset Boulevard“ mit Norma Desmond eine weitere „eigenwillige“ Frau, deren innewohnende Verzweiflung und Verrücktheit Douwes unbeschreiblich gut wiedergibt. Für mich ein absolutes Highlight. Denn als großer Fan des Musicals ist es schon quasi ein Punkt auf der Musical-Bucket-List, Pia Douwes mal live in Action zu sehen.

Diesen Punkt kann ich nun voller Freude abhaken – check.

 

 

Theater Dortmund Spielzeit 2016/2017 Sunset Boulevard OPERNHAUS DORTMUND Musical von Andrew Lloyd Webber 
Nach dem Film von Billy Wilder 
Deutsch von Michael Kunze Neuinszenierung der Bad Hersfelder Produktion von 2011 Premiere 08.10.2016 Musikalische Leitung: Ingo Martin Stadtmüller, Manuel Pujol Regie: Gil Mehmert Szenische Probenleitung: Erik Petersen, Christian Stadlhofer Choreografie: Melissa King Choreografische Einstudierung und Dance Captain: Yara Hassan Bühne und Kostüme: Heike Meixner Dramaturgie: Wiebke Hetmanek Norma Desmond: Pia Douwes Joe Gillis: Oliver Arno Betty Schaefer: Wietske van Tongeren Max von Mayerling: Ks. Hannes Brock Sheldrake u.a.: Daniel Berger Cecil B. DeMille: Hans Werner Bramer Artie Green: Morgan Moody Mr. Manfred Myron u.a.: Joshua Whitener Heather u.a.: Sarah Wilken Mary u.a.: Charlotte Katzer Ursula u.a.: Anneke Brunekreeft Jean u.a.: Yara Hassan Lisa: Lina Gerlitz Joanna u.a.: Martina Vorsthove Katherine u.a.: Natascha Valentin Cliff u.a.: Pascal Cremer John u.a.: Marvin Schütt Sammy u.a.: Anton Schweizer Wunderkind u.a.: Florian Minnerop Jonesy u.a.: Henry Lankester Schuldeneintreiber u.a.: Alexander Sasanowitsch Mit den: Dortmunder Philharmonikern

Sunset Boulevard – worum geht es?

„Sunset Boulevard“ spielt im Jahre 1949/1950 und handelt von der eigenwilligen Verbindung zweier Menschen, die ungleicher nicht sein könnten, jedoch im Großen und Ganzen ein gemeinsames Ziel verfolgen.

Das Musical beginnt mit 3 Schüssen und einer Leiche, die im Pool einer Villa gefunden wird.

Es ist die Leiche des Drehbuchautors Joe Gillis, der seine Geschichte und die der Schauspielerin Norma Desmond rückblickend erzählt.

Als hochverschuldeter Drehbuchautor auf der Flucht vor seinen Gläubigern (die Auto-Verfolgungsjagd ist sehr clever auf der Bühne inszeniert), erblickt Joe Gillis in der Dunkelheit eine leere Garage, in der er sich mit seinem Wagen fluchtartig versteckt, ohne zu wissen, zu wessen Anwesen diese Garage gehört: dem von Norma Desmond, vor Jahren erfolgreicher und gefeierter Star der Stummfilm-Ära, die zurückgezogen am Sunset Boulevard in einer prächtigen Villa lebt. Und eben dort ist Joe nun „gestrandet“ auf seiner Flucht.

Theater Dortmund Spielzeit 2016/2017 Sunset Boulevard OPERNHAUS DORTMUND Musical von Andrew Lloyd Webber 
Nach dem Film von Billy Wilder 
Deutsch von Michael Kunze Neuinszenierung der Bad Hersfelder Produktion von 2011 Premiere 08.10.2016 Musikalische Leitung: Ingo Martin Stadtmüller, Manuel Pujol Regie: Gil Mehmert Szenische Probenleitung: Erik Petersen, Christian Stadlhofer Choreografie: Melissa King Choreografische Einstudierung und Dance Captain: Yara Hassan Bühne und Kostüme: Heike Meixner Dramaturgie: Wiebke Hetmanek Norma Desmond: Pia Douwes Joe Gillis: Oliver Arno Betty Schaefer: Wietske van Tongeren Max von Mayerling: Ks. Hannes Brock Sheldrake u.a.: Daniel Berger Cecil B. DeMille: Hans Werner Bramer Artie Green: Morgan Moody Mr. Manfred Myron u.a.: Joshua Whitener Heather u.a.: Sarah Wilken Mary u.a.: Charlotte Katzer Ursula u.a.: Anneke Brunekreeft Jean u.a.: Yara Hassan Lisa: Lina Gerlitz Joanna u.a.: Martina Vorsthove Katherine u.a.: Natascha Valentin Cliff u.a.: Pascal Cremer John u.a.: Marvin Schütt Sammy u.a.: Anton Schweizer Wunderkind u.a.: Florian Minnerop Jonesy u.a.: Henry Lankester Schuldeneintreiber u.a.: Alexander Sasanowitsch Mit den: Dortmunder Philharmonikern

Norma Desmond (Pia Douwes) und Joe Gillis (Oliver Arno)

Nachdem er sich Zutritt zum Anwesen verschafft hat, trifft er auf Norma und deren Buttler Max. Norma und Joe kommen ins Gespräch über seine Arbeit, und Norma berichtet ihm von ihrem Drehbuch, das sie verfasst hat. Sie bittet ihn, dieses in ihrem Sinne zu überarbeiten, damit sie es Paramount anbieten und mit diesem Drehbuch ihr „Comeback“ („Comeback ist so ein hässliches Wort, ich nenne es ‚Rückkehr‘“ -Norma Desmond-) feiern kann. Norma, die sich von mal zu mal mehr in die „Rückkehr“ hineinsteigert, verkennt dabei jedoch, dass ihre Zeit längst der Vergangenheit angehört und eine neue Ära begonnen hat, in der sie keine Rolle mehr spielt.

Joe willigt jedoch ein und zwischen den beiden Charakteren entwickelt sich eine Zweckgemeinschaft, die ungeahnte Züge und Entwicklungen nimmt. Derweil lernt Joe die junge Betty Schaefer kennen, deren Ambitionen, mit ihm ein Drehbuch zu verfassen, ihn sehr beflügeln. Auch zu Betty entwickelt sich eine intensivere Verbindung. Joe findet sich bald in einem Zwiespalt, während die Verbindungen zu den beiden Frauen immer stärker werden, jede auf ihre eigene besondere Weise.

Schließlich muss Joe sich entscheiden, welche Verbindung für ihn die richtige ist…

 

Pia Douwes, die Grande Dame des Musicals, als „Norma Desmond“

Pia Douwes schafft es mit einem äußerst komödiantischen Talent, die Verzweiflung und die im Laufe des Stückes stärker werdende Verrücktheit der Norma Desmond darzustellen.

Theater Dortmund Spielzeit 2016/2017 Sunset Boulevard OPERNHAUS DORTMUND Musical von Andrew Lloyd Webber 
Nach dem Film von Billy Wilder 
Deutsch von Michael Kunze Neuinszenierung der Bad Hersfelder Produktion von 2011 Premiere 08.10.2016 Musikalische Leitung: Ingo Martin Stadtmüller, Manuel Pujol Regie: Gil Mehmert Szenische Probenleitung: Erik Petersen, Christian Stadlhofer Choreografie: Melissa King Choreografische Einstudierung und Dance Captain: Yara Hassan Bühne und Kostüme: Heike Meixner Dramaturgie: Wiebke Hetmanek Norma Desmond: Pia Douwes Joe Gillis: Oliver Arno Betty Schaefer: Wietske van Tongeren Max von Mayerling: Ks. Hannes Brock Sheldrake u.a.: Daniel Berger Cecil B. DeMille: Hans Werner Bramer Artie Green: Morgan Moody Mr. Manfred Myron u.a.: Joshua Whitener Heather u.a.: Sarah Wilken Mary u.a.: Charlotte Katzer Ursula u.a.: Anneke Brunekreeft Jean u.a.: Yara Hassan Lisa: Lina Gerlitz Joanna u.a.: Martina Vorsthove Katherine u.a.: Natascha Valentin Cliff u.a.: Pascal Cremer John u.a.: Marvin Schütt Sammy u.a.: Anton Schweizer Wunderkind u.a.: Florian Minnerop Jonesy u.a.: Henry Lankester Schuldeneintreiber u.a.: Alexander Sasanowitsch Mit den: Dortmunder Philharmonikern

Pia Douwes als Norma Desmond

Ich durfte Pia in dieser Vorstellung das erste Mal überhaupt auf der Bühne erleben, und ich wurde nicht enttäuscht. Über ihre Gesangsqualitäten brauche ich kein Wort zu verlieren. Die Art und Weise, wie sie Norma verkörpert, ist aber etwas, das mich wirklich sehr beeindruckt hat.

Und nicht nur ich war offenbar hin und weg von ihr. Bereits bei dem ersten Erscheinen auf der Bühne wurde Pia Douwes frenetisch gefeiert – ganz einer Premiere entsprechend. Ihre Musikeinlagen führten zu nicht enden wollendem Applaus und die Aufführung wurde schließlich mit minutenlangem Schlussapplaus und Standing Ovations belohnt.

Aber nicht nur Pia Douwes hat den Saal zum Kochen gebracht. Auch die übrigen Darsteller sind sehr gut gecastet worden und ein jeder passt so gut zu seiner/ihrer Rolle, dass man ihnen all das Gespielte ohne Probleme abnimmt. Oliver Arno, Darsteller des Joe Gillis, überzeugt mit der von ihm perfekt umgesetzten Verzweiflung und dem Zwiespalt, in dem sich seine Figur befindet.

 

Die Musik – typisch Andrew Lloyd Webber

Andrew Lloyd Webber hat hier in der Musik seine Duftmarke hinterlassen. Ein wenig erinnert die Musik an das „Phantom der Oper“ – nein, es ist keine Opernmusik, die in „Sunset Boulevard“ verarbeitet wurde.  Im Gegenteil, denn die Musik spiegelt großartig die 50er Jahre wieder und sorgt dafür, dass man allein durch einzelne Tonfolgen sofort die Atmosphäre dieser Ära spürt. Was die beiden Stücke aber gleich haben, sind stets wiederkehrende Melodien.

Theater Dortmund Spielzeit 2016/2017 Sunset Boulevard OPERNHAUS DORTMUND Musical von Andrew Lloyd Webber 
Nach dem Film von Billy Wilder 
Deutsch von Michael Kunze Neuinszenierung der Bad Hersfelder Produktion von 2011 Premiere 08.10.2016 Musikalische Leitung: Ingo Martin Stadtmüller, Manuel Pujol Regie: Gil Mehmert Szenische Probenleitung: Erik Petersen, Christian Stadlhofer Choreografie: Melissa King Choreografische Einstudierung und Dance Captain: Yara Hassan Bühne und Kostüme: Heike Meixner Dramaturgie: Wiebke Hetmanek Norma Desmond: Pia Douwes Joe Gillis: Oliver Arno Betty Schaefer: Wietske van Tongeren Max von Mayerling: Ks. Hannes Brock Sheldrake u.a.: Daniel Berger Cecil B. DeMille: Hans Werner Bramer Artie Green: Morgan Moody Mr. Manfred Myron u.a.: Joshua Whitener Heather u.a.: Sarah Wilken Mary u.a.: Charlotte Katzer Ursula u.a.: Anneke Brunekreeft Jean u.a.: Yara Hassan Lisa: Lina Gerlitz Joanna u.a.: Martina Vorsthove Katherine u.a.: Natascha Valentin Cliff u.a.: Pascal Cremer John u.a.: Marvin Schütt Sammy u.a.: Anton Schweizer Wunderkind u.a.: Florian Minnerop Jonesy u.a.: Henry Lankester Schuldeneintreiber u.a.: Alexander Sasanowitsch Mit den: Dortmunder Philharmonikern

 

Immer wieder wiederholt sich im Stück eine bestimmte Melodie, einzelne, die Personen oder Orte kennzeichnende Tonfolgen werden stetig passend wieder eingesetzt. Ähnlich ist es beim „Phantom der Oper“. Genau dies kennzeichnet die opulenten Werke von Andrew Lloyd Webber. Gleichzeitig aber auch damit verbunden ist die Besonderheit, dass man nicht direkt mit einer im Kopf bleibenden Melodie konfrontiert wird, sondern durch die ständige Wiederholung der Melodien Ohrwürmer ganz im Sinne von Webber bekommt. Diese im Ohr festgesetzt, spuken sie nach wie vor in meinem Kopf herum und sorgen dafür, dass ich nicht anders kann als bei Spotify die jüngste Aufnahme (leider schon von 2007 [Londoner Cast], die deutsche Version suchte ich heute vergebens) des Stückes zu suchen.

 

Fazit:

Eine äußerst gelungene Inszenzierung, die gerne auch länger oder öfter gespielt werden könnte mit einer fantastischen Pia Douwes und einem großartigen Oliver Arno in den Hauptrollen.

 

Tipp:

Wer noch kein Musical gesehen hat, sollte vielleicht nicht mit „Sunset Boulevard“ beginnen. Dafür ist das Stück zu klassisch angehaucht und nicht „farbenfroh“ genug. Es gibt keinen wirklich spekatulären Song, bei dem man denkt „Wow, jetzt kommt das Konfetti von der Saaldecke, Luftschlangen werden ins Publikum gefeuert und die Bühne steht quasi in Flammen“. Dafür ist das Musical zu ruhig und an manchen Stellen auch zu „düster“ (immerhin ist der dem Musical zugrunde liegende Film eigentlich schon ein Krimi). Mein Begleiter war bei weitem nicht so „amused“ wie ich es war… was aber daran liegen mag, dass sein einziger Musical-Vergleich bisher „Der König der Löwen“ ist. Es bedarf also noch einiges an Arbeit, hier eine Heranführung an das Thema „Musical“ vorzunehmen. Challenge accepted 😉

 

Tickets sind HIER erhältlich.

 

Die Cast:

Norma Desmond:                        Pia Douwes

Joe Gillis:                                        Oliver Arno

Betty Schaefer:                             Wietske van Tongeren

Max von Mayerling:                     Ks. Hannes Brock

Sheldrake u.a.:                              Daniel Berger

Cecil B. DeMille:                            Hans Werner Bramer

Artie Green:                                   Morgan Moody

Mr. Manfred Myron u.a.:            Joshua Whitener

Heather u.a.:                                 Sarah Wilken

Mary u.a.:                                      Charlotte Katzer

Ursula u.a.:                                    Anneke Brunekreeft

Jean u.a.:                                        Yara Hassan

Lisa:                                                 Lina Gerlitz

Joanna u.a.:                                   Martina Vorsthove

Katherine u.a.:                              Natascha Valentin

Cliff u.a.:                                         Pascal Cremer

John u.a.:                                       Marvin Schütt

Sammy u.a.:                                   Anton Schweizer

Wunderkind u.a.:                         Florian Minnerop

Jonesy u.a.:                                    Henry Lankester

Schuldeneintreiber u.a.:              Alexander Sasanowitsch

 

 

Foto-Credit: Pressefotos Opernhaus Dortmund / Theater Dortmund[:]

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