Es gibt Sängerinnen auf dieser Welt, die sind wie die Bild-Zeitung: jeder kennt sie, jeder „konsumiert“ sie und keiner gibt es zu. Mariah Carey ist ein solches Phänomen.

Und ich gebe es offen zu: ich konsumiere Mariah Carey.
Nicht im Übermaß – wie so manch Einer aus meinem direkten Umfeld – aber in Maßen. Und in diesen Maßen ist es auch gut und schön und macht Spaß. Ich bin dabei aber Fan ihrer älteren Songs; denen, die sie in den 80ern und 90ern veröffentlichte und die noch Melodien hatten. Ja, es schwingt ein Hauch Kritik mit, denn ein Großteil der von Mariah in den letzten Jahren auf den Markt geworfenen Songs hat – in meinen Augen – schlicht keine eingängliche Melodie. Für den einfach gestrickten, deutschen Musikmarkt, der dem RnB ohnehin nicht wirklich zugewandt ist, wird sie also mittlerweile (leider!!!) uninteressant.

Da die Dame es in Deutschland also ohnehin sehr schwer hat, kann man davon ausgehen, dass die Auftritte in Deutschland wohl auch soooo schnell nicht wiederholt werden. Wann war sie doch gleich das letzte Mal in Deutschland? Gab es da schon den Euro? Keine Ahnung! Egal. Jetzt war sie da. Und deswegen war auch klar: da muss ich hin!

Da ich den wohl größten Mariah-Fan Deutschlands kenne, war auch die Begleitung schnell geregelt. Und so waren wir nun letztlich zu dritt, als es am 13.04.2016 nach Köln ging, um die Diva herself zu bewundern: Mr. Mariah-Fan No. 1, seine Schwester, die in Bezug auf Mariah-Songs – genau wie ich – eher in den 90ern hängen geblieben ist, und ich.

Und ich darf sagen: es hat sich mehr als gelohnt!

Ich bin mit geringeren Erwartungen in das Konzert gegangen. Das lag schlicht daran, dass man oftmals Dinge zu Ohren bekam wie “Sie hat es einfach nicht mehr drauf” oder “Sie singt eh nur Playback”. Beides stimmt definitiv nicht. Sie hat es auf jeden Fall noch drauf und die Live-Performance war der Hammer. Ich bin derbst geflasht von Frau Carey.

 

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Eine Sache beschäftigte uns im Vorfeld sehr: “Wie lange wird es dauern, bis Mariah auf die Bühne kommt?” Das Konzert sollte um 19:30 Uhr beginnen. Ok, dann kommt um 19:30 Uhr die Vorband. Wie lange spielen die wohl? 1 Stunde? Ja, sagen wir mal maximal 1 Stunde mit allem drum und dran. Dann? Warten. Auf jeden Fall. Warten, warten, warten. Mariah Carey ist bekannt dafür, zu Ihren eigenen Konzerten zu spät zu kommen. Was macht das in Minuten? Wir schätzen, es sind wieder 60 Minuten. Und rechnen daher damit, dass Mariah ihren zarten Po gegen 21:30 Uhr auf die Bühne schwingt.

Es ist also nun 19:30 Uhr. Die Beschilderung der Inennraum-Blöcke wird von den Helfern entfernt.

19:34 Uhr. Das Licht in der Halle geht aus und die Bühne erstrahlt in leuchtenden Farben. Wir warten gespannt auf die Vorband und beten, dass es ein guter Act sein wird.

Es erklingt leise Musik. Sie kommt einem irgendwie bekannt vor. Moment, das ist doch… neeeee, das kann nicht sein. Aber doch. Es ist eine Mariah Carey-Melodie. Von der linken Seite der Bühne erfolgt die Bestätigung: Mrs. Carey wird auf einer Art Sänfte von ihren Tänzern auf die Bühne getragen (ganz ehrlich: dieser Auftritt war ja klart :D). Keine Vorband? Keine Verspätung? Wir fassen unser Glück nicht.

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Und es dauert nur ein paar Sekunden und das Konzert ist in vollem Gange!

Wir beschließen, aus unserer Reihe 17 im Innenraum (wirklich tolle Plätze) vor die Bühne zu laufen. Kurze Zeit später sind wir nur wenige Meter von Mariah entfernt. Mein Begleiter befindet sich in einer Art Schockstarre. So nah an der Göttin. Ich mache geistesgegenwärtig ein paar Fotos, bevor der Ordner die Masse wieder zurück auf die Plätze zitiert und mit einem Rauswurf droht, sollte man der Aufforderung nicht nachkommen. Buuuuh! Spielverderber.
Als wir uns später auf die Stühle stellen, werden wir vom Ordner gebeten, dies zu unterlassen. Buuuuh! (Leute, wir sind auf nem Konzert, nicht auf ‘ner Fachtagung im Steuerrecht…). Egal. Wir haben in Reihe 17 trotzdem einen Wahnsinns Blick auf die Bühne.

Fun Fact: Angeblich hat Mariah die Zusammenstellung der Songs übrigens an den Tour-Ländern ausgerichtet und nicht in jedem Land ein Standard-Programm abgespult. Da kommt es mir wieder zu Gute – mein Interesse an ihren alten Songs. Denn diese Songs waren die erfolgreichsten in Deutschland. Ich darf mich also freuen.
Mr. Mariah-Hardcore-Fan, kommt ohnehin auf seine Kosten, egal, welche Songs sie spielt 🙂

 

Viele Up-Tempo-Nummern aus ihrer “Emancipation of Mimi”-Zeit verbreiten eine wirklich tolle Stimmung in der Halle. Die Balladen singt sie so grandios, dass ich Tränen in den Augen habe. Mich erwischt es fast bei “When You Believe”, als die unvergessene Whitney Houston per Leinwand in das Lied integriert wird. Ich muss mich wIMG_20160413_204739828_TOPirklich zusammenreißen. Es fällt sehr schwer, als die gesamte Halle das Lied einstimmig mitsingt.

“Hero” erklingt und meinen beiden Begleitern schießen nur so die Tränen aus den Augen. Dabei spielt aber wohl auch die Tatsache, die eigene Göttin endlich einmal live zu sehen, eine große Rolle 🙂 Ich reiße mich wieder zusammen.

Eines der Highlights des Abends: die Freude eines Menschen zu sehen, der sein Lebensidol das erste Mal live sieht. Eine Sache, die nur schwer getoppt werden kann. Und das hört man auch in Form von ungebändigtem Schreien 🙂 Auf der Heimfahrt deutete sich bereits eine beginnende Heiserkeit an.

Nicht unerwähnt bleiben dürfen Tänzer, Band, Backgroundsänger und Duettpartner. Grandios. Das Konzert ist eine Gesamtheit großartiger Künste.

Und es dauert tatsächlich knapp zwei Stunden. Auch eine Sache, die man nicht erwartet hätte. Ich bin mehr als positiv überrascht. Ich bin – ich sage es nochmal – geflasht.

Und so gehen wir mit einem wahnsinnig tollen Gefühl aus dem Konzert. Danke, Mrs. Carey für diesen grandiosen Abend! Danke für die tolle Stimmung, für die Tränen, die Freude und die Lust, zu tanzen. Es war fantastisch! Ich glaube, ich bin (wieder) Fan!

 

 

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Eine Antwort

  1. Careenough4mein

    eine sehr gelungene Kritik und ein schön zu lesener Bericht. 🙂 PS: kleiner Verbesserungsvorschlag – german s #1 Fan von Mariah bin aber ich * fg / lol * – l G und schönen Feiertag.

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