“Tanz der Vampire” läuft nun schon seit einigen Monaten im Musicaldome in Köln. Ab Oktober ziehen die Vampire nach Berlin um, teilweise mit neuer Besetzung. Und kurz vor dem Ende der Kölner Spielzeit hat sich die Personalie in der Musicaldome-Gruft noch einmal geändert: lang angekündigt, empfängt nun Mark Seibert als Graf von Krolock seine Gäste zum Mitternachtsball.

Zuletzt sah ich “Tanz der Vampire” bei der Premiere in Köln. Damals spielte David Arnsperger den Schlossherrn, der stimmlich eine ganz andere Seite bietet als Mark Seibert. Umso interessierter war ich, wie mir Mark in seiner Interpretation des Grafen gefallen würde. Bislang hatte ich ihn in der Rolle noch nicht gesehen. Ab und zu hörte man auf Konzerten mal “Die unstillbare Gier” in seiner Interpretation. Aber ihn ingesamt in dieser Rolle zu sehen, das war neu für mich.

Deswegen folgte ich seinem Ruf und betrat vergangene Woche das Schloss in Köln, um mich von Mark als Graf zu überzeugen.

Zu allererst möchte ich betonen, dass ich Mark sehr gerne singen höre. Ich mag seine Stimmfarbe, seinen Ausdruck. Sein Spiel ist bei “Tanz der Vampire” auch wirklich großartig! Ein toller Graf. Nur muss ich gestehen, hat er mich in der Rolle nicht so berührt, wie manch anderer Graf. Er spielt wirklich gut. Er singt auch wirklich gut. Jeder Ton sitzt. Absolut perfekt. Aber ich muss sagen, dass ich Grafen, die eher in einem tiefen Bariton singen, irgendwie passender finde in der Rolle. Im direkten Vergleich habe ich David Arnsperger beispielsweise als eher passend empfunden. Nicht als besser, nein, beide sind auf ihre Art und Weise wirklich mega. Sondern für mich eher passender. Das ist aber ja absolute Geschmackssache und ich würde mir wirklich nie herausnehmen, zu sagen, er sei ein schlechter Graf oder würde nicht in die Rolle passen. Ich persönlich empfinde eine tiefere Stimmlage beim Grafen einfach als treffender, gruseliger und düster. Ich weiß aber auch ganz genau, dass die etwas “poppigere” Richtung, für die Mark mit seiner Stimmfarbe sorgt, genauso beliebt ist.

Nichtsdestotrotz leistet Mark Seibert in dem Stück Großartiges. Er ist nicht umsonst einer der beliebtesten Grafen überhaupt. Zu Recht verdient er den tosenden Applaus, den er nach der Show erhält. Wie auch die sonstige Cast: Diana Schnierer ist eine großartige Sarah! Sie verkörpert dieses kindliche, zarte Wesen einfach unfassbar gut! Michiel Janssens als Alfred und Pascal Höwing als Professor bilden ein grandioses Vampirjäger-Gespann. Christian Funk als Herbert, Sarah Jane Checchi als Magda, Yvonne Köstler als Rebecca und Paolo Bianca als Koukol reihen sich in die Liste der wirklich guten Darsteller ein. Wer mir leider gar nicht gefiel, war Oleg Krasovickiy als Chagal. Generell ist Chagal aufgrund seines Charakters ja schon eher jemand, bei dem man genau hinhören muss, um die Sätze alle in ihrer Gänze zu verstehen. Leider habe ich Krasovickiy jedoch in den meisten Fällen überhaupt nicht verstanden. Hätte ich das Stück nicht gekannt, wäre es mir äußerst schwer gefallen, den Dialogen, in denen Chagal zu hören ist, zu folgen.

Das gesamte Tanz- und Gesangsensemble leistet – wie an jedem Abend – auch an diesem absolut Grandioses. Da kann ich wirklich nur meinen Hut ziehen vor dem, was die Darsteller da auf die Bühne bringen. Aber das sind wir von “Tanz der Vampire” ja gewohnt 😉

Fazit also: Mark Seibert ist als Graf durchaus sehenswert 😉 Wer ihn als Schlossherrn noch erleben möchte, sollte sich sputen. Denn Ende des Monats schließen sich die Gräber in Köln und auch das Schloss macht dicht.

Mark Seibert als Graf von Krolock mit Christoph Kuckelkorn, dem bekanntesten Bestatter Kölns.

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