[:de]Als ich im letzten Jahr auf Facebook die Werbung zu dem Konzert-Ereignis 20 JAHRE MUSICALS IN ESSEN und damit auch die personelle Besetzung dieses Events sah, stand für mich sofort fest, dass ich mir dieses Happening nicht entgehen lassen durfte. Das Plakat zu dem Konzert las sich wie ein „Who-is-Who“ der deutschen Musicalszene:

Pia Douwes, Uwe Kröger, Jan Ammann, Andreas Bieber, Alexander Klaws, Maricel, Mathias Edenborn – die Liste war unglaublich lang; und unglaublich gut! Nur selten kommt man in den Genuß, all diese Größen gleichzeitig in einem Konzert zu erleben. Und aus diesem Grund musste ich das Event auch besuchen. Wer lässt es sich schon entgehen, Pia Douwes und Uwe Kröger in ihren Paraderollen als Elisabeth und Tod gemeinsam auf der Bühne zu sehen? Das sollte eines meiner persönlichen Highlights des Abends werden. Denn als Musicalfan gibt es bestimmte Darsteller und auch bestimmte Konstellationen, die will man einfach mal live sehen. Und Douwes/Kröger gehörten dazu. Aber auch Maricel in ihrer göttlich dargebotenen Rolle als Amneris (aktuell steht sie noch als Mrs. Lovett in „Sweeney Todd“ auf der Bühne) war für mich ein Rückversetzen in alte AIDA-Zeiten.

Generell empfand ich den Abend des 13.02.2017 als Rückblende meiner persönlichen Musical-Erlebnisse. Auch wenn ich 3 der in dem Konzert präsentierten Stücke nicht gesehen hatte, wurde mir bei allen Darstellungen doch warm ums Herz. Klar, besonders angetan hatten es mir Auftritte aus Musicals, die ich auch wirklich im Colosseum Theater Essen gesehen hatte.

Colosseum Theater Essen

Das Colosseum Theater in Essen

Denn im Colosseum Theater Essen begann auch meine Leidenschaft für das Musical.

Es war zu Schulzeiten. 1996. Wir hatten im Englischunterricht das Musical „Joseph and the amazing technicolor Dreamcoat“ durchgenommen. Skurril, ein Musical als Unterrichtsstoff. Aber mir hat es gefallen. Offensichtlich nahm unsere Englischlehrerin Fr. Reick das im neu gestalteten Colosseum Theater nun aufgeführte biblische Musical zum Anlass, mit uns die Geschichte von Joseph und seinen Brüdern zu besprechen – ganz musikalisch. Nicht wissend, was sie damit bei mir anrichten sollte 😀

Denn nach der Unterrichtseinheit schnappte ich mir meine gute Freundin Canan und kaufte Tickets für das neue Musical – mein erster Musicalbesuch war gebucht. Es war der Startschuss einer Leidenschaft, die ich bis heute sehr gut pflege. Und sehr gerne pflege.

Nach Joseph sah ich in Essen großartige Stücke wie „Aida“, „Das Phantom der Oper“, „Mamma Mia!“, „Ich will Spaß“ und und und…

Und eben all diese Stücke, die im Essener Colosseum Theater seit seiner Umgestaltung zum Musical Theater liefen, waren nun Teil der Show „20 Jahre Musicals in Essen“. Eine Show, die mir und meiner Begleitung unheimlich großen Spaß bereitet hat. Es war toll, wieder einmal in damalige Aufführungen einzutauchen. Die dargebotenen Songs wurden – den Original-Aufführungen entsprechend – schön choreographiert (auch wenn natürlich – mit einer Ausnahme – nicht die Kostüme von damals den Weg auf die Bühne fanden) und von DEN Stars der deutschen Musicalszene vorgetragen.

Ich war zuvor noch nie auf einer „Best-of“-Musical-Veranstaltung. Doch ich muss sagen: mir gefällt so etwas! Es ist toll, einzelne Auszüge aus bekannten Stücken zu hören, teilweise von den Original-Darstellern der damaligen Spielzeiten. All diese Menschen zusammen auf einer Bühne zu erleben, war wirklich ein Genuß.

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Darf ich noch etwas zur Band sagen? Ich bin geflasht ohne Ende. Unfassbare Live-Band, die den Künstlern mehr als gerecht wurde. Die Abmischung Musik/Gesang war grandios. Denn manchmal kommt es ja vor, dass man in Musicals Darsteller nicht immer gut versteht, weil diese ja schon gegen das Orchester ansingen müssen. Die Live-Band von „20 Jahre Musicals in Essen“ aber lief nicht in Konkurrenz zu den Darstellern, nein, sie agierten komplett gemeinsam. Mag auch daran liegen, dass die Band ebenfalls die ganze Zeit über auf der Bühne war und nicht – abgeschottet vom Rest der Welt – in einem Orchestergraben oder gar gänzlich unterhalb der Bühne. Und so konnte man das Treiben der Musiker und des Dirigenten (hammer Typ) ebenso gut beobachten wie das Agieren der Darsteller.

Es freut mich wirklich ungemein, dass so viele Origina-Premieren-Darsteller den wieder den Weg auf die Bühne des Colosseum Theaters gefunden haben. Maricel in ihrer Paraderolle der Amneris („AIDA“), Mathias Edenborn als Radames („AIDA“), Romina Langenhahn („Ich will Spaß“), Pia Douwes („Elisabeth“), Uwe Kröger (Tod, „Elisabeth“) – die Aufzählung ist noch ellenlang.

Für großen Jubel sorgten auch die – meines Wissens bislang Colosseum-Bühnen-fremden – Herren Alexander Klaws und Jan Ammann.  Klaws, der Stücke aus „Buddy Holly“ (dem letzten Ensuite-Musical in Essen) und „Jesus Christ Superstar“ zum Besten gab, zeigte sich genauso tauglich, die Colosseum-Bühne zu “rocken” wie sein Kollege Ammann, der mit „Wir sind wie zwei Bote in der Nacht“ ein grandioses Duett mit Pia Douwes hinlegte.

Die ganze Veranstaltung war Genuß für Augen und Ohren.

Ganz besonderes Lob gilt auch den Damen und Herren des Musical-Chors der Folkwang Universität. Unglaublich guter Support und tolle Stimmen!

Alles in allem war es ein fantastischer Abend und der Dank gilt – neben den Darstellern, Musikern, Technikern etc etc – insbesondere dem Organisatorenteam von „Sound of Music Concerts“ und dem kreativen Kopf hinter der Aktion, Andreas Luketa. In einem seiner Facebookpostings schrieb er, wir sollten uns von den „vielen tausend Erinnerungen und der Musik tragen lassen“. Genau das habe ich gemacht. Und es hat gut getan. Richtig gut. Es war ein riesen Spaß und die Erinnerungen an die vergangenen Stücke haben mir sehr oft ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Und der Stimmung im Publikum zu urteilen, war ich nicht der Einzige, der einen tollen Abend hatte.

Bitte mehr davon 😉 Spätestens in 5 Jahren – kann ich vielleicht jetzt schon Tickets kaufen? ;)[:]

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